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Köln: Daum holt Helmes aus dem Abseits und macht ihn zum Kapitän

Köln : Daum holt Helmes aus dem Abseits und macht ihn zum Kapitän

Ganz sicher schienen sich die Verantwortlichen am Regiepult des RheinEnergieStadion nicht zu sein. Als am Sonntag Patrick Helmes in seiner Eigenschaft als neuer Kapitän des 1. FC Köln in die Arena einlief, fetzte Robbie Williams´ „Let me entertain you” aus den Lautsprechern.

Sollte es Pfiffe gegen den Buhmann der vorigen Rückrunde gegeben haben, sind sie vom Klangteppich weggeschwemmt worden.

Knapp 10.000 Fans waren zur Saisoneröffnung des Zweitligisten erschienen. Im Dauerregen kam nur wenig Euphorie auf. Auch das 6:0 (3:0) in den 2 x 15 Minuten gegen den Bezirksligisten CfB Ford Niehl riss die wenigsten von den Sitzen.

Matthias Scherz, Salvatore Gambino, Milivoje Novakovic (2) und Helmes (2) trafen. Am Samstag hatten die Kölner gegen den spanischen Erstligisten Real Valladolid in Bergisch Gladbach ein 2:2 erreicht. Helmes und Thomas Broich erzielten die Treffer.

„Patrick kennt den FC, er kennt die 2. Liga und die Schwierigkeiten, die wir vergangene Saison hatten. Er kennt die Mannschaft sehr gut, weiß, welche Gruppen man miteinander vereinen muss und er ist ein unumstrittener Spieler.” Die Lobeshymne von Trainer Christoph Daum auf seinen „verlängerten Arm” war lang und gipfelte in den Worten, er vertraue seinem neuen Kapitän völlig.

Man hat derartiges schon viele Trainer sagen gehört, aber in diesem Fall ist es bemerkenswert, weil das Verhältnis Daum/Helmes noch vor kurzem als ziemlich gestört galt. Weil Helmes den 1. FC Köln im Sommer 2008 ausgerechnet Richtung Bayer Leverkusen verlassen wird, hatte sich ein Konflikt zwischen Spieler und Trainer entzündet. „Ich hatte nie das Gefühl, dass ich für Christoph Daum ein wichtiger Mann bin”, beschwerte sich Helmes damals. Daum drohte dem Profi mit einem Tribünenplatz, sollte er sich nicht hundertprozentig einbringen.

Von der Zuschauerrolle ist der 23-Jährige nach einem klärenden Gespräch weit entfernt. „Einer wie Helmes wird immer spielen, wenn nichts passiert”, sagte Daum. Der Trainer weiß natürlich, wie dringend der FC die Tore des Angreifers braucht.

Der Siegener kommentierte seine Beförderung mit echter Freude, aber auch einer kleinen Spitze Richtung Vereinsführung: „Das Kapitänsamt ist eine Riesenehre für mich - auch wenn ich nur noch ein Jahr hier bin”, sagte Helmes und ergänzte: „Ich werde alles dafür tun, dass die Mannschaft intakt bleibt und alle das große Ziel verfolgen. Ich will mich mit dem Aufstieg ordentlich verabschieden.”