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Aachen: Das Transferfenster schlägt zu

Aachen : Das Transferfenster schlägt zu

Nach dem ersten Spieltag wurde Guido Buchwald noch mit der absurden Frage nach einem „Fehlstart” konfrontiert. Zwei Spiele weiter ist Buchwald Trainer des aktuellen Tabellenzweiten. Darüber hinaus ist er ein Trainer, der noch weit entfernt ist von einer Stammelf - und sich darüber freut. „Konkurrenz belebt das Geschäft.”

Die vorhandene Konkurrenz jedenfalls gilt als ausreichend. Trainer und Manager kamen am Montag überein, die letzten Transfertage tatenlos verstreichen zu lassen. „Ich bin mit dem Kader, auch wenn er sehr dünn ist, zufrieden”, sagt Buchwald.

Weitere Verstärkung im Winter nicht ausgeschlossen. Erstes kleines Zwischenfazit nach viereinhalb Stunden 2. Liga: „Die Spieler haben inzwischen verinnerlicht, welche Anforderungen ich an die einzelnen Positionen habe.”

Als größte Herausforderung für den Trainer gilt die Abwehr. In der letzten Spielzeit war hier ein Leck zu bestaunen, das man zuletzt auf der Titanic feststellte.

Nun hat die Mannschaft gerade einen Vereinsrekord der jüngeren Vergangenheit eingestellt: Zwei Spiele ohne Gegentreffer - und das in Folge. „Das Spiel gegen den Ball funktioniert sehr gut”, urteilt Buchwald. Zuletzt habe man in Köln sogar Stürmer mit Erstligaformat an die Kette gelegt.

„Offensive Klasse”

„Wir sind dabei, Stabilität in der Abwehr zu erreichen”, beschreibt Manager Jörg Schmadtke den Prozess. „Darunter leidet das offensive Vermögen, aber wir haben so viel offensive Klasse, dass wir vorne immer für ein Tor gut sind.”

Als Überraschung der noch zarten Saison gilt Mirko Casper. Der junge Verteidiger hat einstweilen Thomas Stehle verdrängt, der in einer in der letzten Rückrunde schwächelnden Mannschaft fast noch die einzige Konstante war. „Immer, wenn Mirko gespielt hat, hat er einen phantastischen Job abgeliefert”, erinnert Schmadtke. „Im Moment hat er die Nasenspitze vorn, aber Thomas Stehle ist ganz sicher nicht abgeschrieben”, meint Buchwald.

Das Projekt „Nasenspitze” hat der Trainer auf vielen Positionen ausgerufen. Ist Kolev nicht doch der bessere Ebbers? Der Bulgare könnte bereits am kommenden Wochenende in die Startformation rücken, deutet Buchwald an. Kommt Pecka über links oder der schnelle Milchraum oder der spielstarke Cristian Fiel?

Und selbst in der Innenverteidigung war auch die zweite Partie ohne Gegentreffer kein Vorentscheid für das nach Aachen verpflanzte ehemalige Burghausener Tandem Vukovic/Herzig. „Ich bin noch unentschlossen”, sagt der ehemalige Innenverteidiger Buchwald. „Bei Klitzpera ist der erste Pass vielleicht besser als bei Herzig oder Vukovic.”

Solche Nasenspitzen-Entscheidungen genießt ein Trainer. Sein Manager schließt nun vorerst das Transferfenster: „Aktuell gibt es aber kein Thema, das uns unter den Nägeln brennt.”