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Mönchengladbach: Das Langzeitgedächtnis des Trainers

Mönchengladbach : Das Langzeitgedächtnis des Trainers

Das Kurzzeitgedächtnis bei Fußball-Fans funktioniert prächtig. Im Kopf ist: das letzte Spiel. Im Falle von Borussia Mönchengladbach: das fast schon desaströse 1:4 in Frankfurt. 1:4, desaströs, das letzte Spiel: Da greift man doch zum schwarzen Stift, um das Borussia-Bild für das Spiel am Sonntag zu malen.

Weiß ist sicherlich nicht angebracht, aber wie wäre es mit moderatem Grau? Hans Meyer hat jedenfalls keine Bedenken, dass sich seine Mannschaft anders als bei der Eintracht präsentiert. „In neun von elf Rückrundenspielen war es doch so.” Des Trainers Antwort auf die Frage nach einem besseren Auftreten, nach mehr Herzblut.

Vielleicht muss vor dem Anpfiff am Sonntag gegen Arminia Bielefeld (17 Uhr) generell einmal das Langzeitgedächtnis bemüht werden. Als die Borussia mit schlappen elf Pünktchen das erste Halbjahr beendet hatte, keine konkurrenzfähige Mannschaft besaß und landesweit als Absteiger so gut wie feststand, wäre jeder Sympathisant froh gewesen, hätte er Folgendes gewusst: Am 29. Spieltag kann Meyers Elf mit einem Sieg gegen Bielefeld die Abstiegsränge verlassen. Eine unerwartete, erstaunliche Entwicklung (dass dies sogar trotz drei Niederlagen in den letzten vier Spielen seit dem Jubeltag in Köln möglich ist, macht´s noch unerwarteter und erstaunlicher).

Dass eine junge, eine unerfahrene Mannschaft Schwankungen unterliegt - kein Gladbacher Phänomen. Dass ein Alexander Baumjohann, den manche nach starken Auftritten schon in die Nationalelf schreiben und reden wollten, in Frankfurt völlig neben den eigenen Schuhen stand, darf auch nicht verwundern. Der gerade 22-Jährige „spielt doch jetzt zum ersten Mal richtig Fußball”. Hans Meyer weiß aber auch: „Die Möglichkeiten kommen immer seltener, Misserfolge zu korrigieren.”

Die jüngste Schlappe sollte die Borussia am Sonntag vielleicht nicht nur korrigieren - sie muss es. Mit welcher Elf? Auf jeden Fall weiter ohne Rob Friend, die Hoffnung auf einen Einsatz des für das Offensivspiel so wichtigen Mittelstürmers ist geplatzt. Die OP-Wunde an der Ferse nässt weiterhin. Da Meyers Langzeitgedächtnis funktioniert, dürfte es kaum personelle Änderungen gegenüber letzten Samstag geben.

Denkbar ist, dass in der Defensive Dante auf links rückt und Daems wieder das Zentrum stabilisieren soll. Vielleicht trifft er nicht auf Bielefelds Torjäger Artur Wichniarek - ihn zwickt ein Muskel im Oberschenkel.