1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Das Fußball-Brachland wird wieder beackert

Mönchengladbach : Das Fußball-Brachland wird wieder beackert

Die Mönchengladbacher Späher sind in den letzten Wochen oft gesehene Besucher von Zweitliga-Spielen. Zyniker mögen behaupten, dass hinge mit dem bereits damals sich andeutenden Abstieg zusammen. Als wollten Jos Luhukay und der Rest des Borussen-Kompetenz-Teams sich vorbereiten auf die neue, aber alles andere als die Wahl-Heimat.

In Wirklichkeit aber beackert der Traditionsklub das Zweitliga-Feld - abseits jeder Klassenzugehörigkeit - viel zu spät. Unter Peter Pander war dies Spieler-Reservoir eine Brache. Scouting war nicht angesagt, weil das Entwicklungspotenzial der Spieler in diesem Unterbau nicht erkannt oder gar verleugnet wurde mit der Einstellung: „Zweitliga-Spieler bringen uns nicht weiter!”

Unter dieser Hybris leidet der Klub bei der Zusammenstellung des neuen Kaders. Die Sahne ist längst abgeschöpft, Sportdirektor Ziege & Co. kommen viel zu spät, können dieses Manko allenfalls mittelfristig abarbeiten und die Saat für die Saison 2008/2009 legen. Auch am Freitag hätte es einiges Anschauungsmaterial für den Gladbach-Trainer gegeben. Drei Zweitliga-Begegnungen - aber ohne Jos Luhukay.

Borussia zelebriert die vom Niederländer angemahnte Ernsthaftigkeit: Professionelle Vorbereitung auf ein Spiel, in dem es um nichts geht, auch wenn es der Klassiker gegen den ehemaligen Erzfeind Bayern München ist. Gladbach ist abgestiegen, die Bayern haben sich aus dem Meisterschaftsrennen verabschiedet und auch keine Chance mehr auf einen Champions-League-Platz. Dennoch: Abschlusstraining am Freitagnachmittag, Fahrt ins Hotel inklusive Spielbesprechung: Jos Luhukay fordert eine sportliche Verneigung vor den 53.000 Fußball-Interessierten, die sich in der trügerischen Erwartung, es ginge noch um etwas, vorzeitig die Karten besorgt haben.

Ausverkauft also - eine Meldung, die für die Gladbacher Profis angesichts ihrer gezeigten Leistungen in dieser Saison und zum Teil exorbitant hoher Summen in den Ausstiegsklauseln kaum zu erwarten ist. Borussia steckt mitten in den Verhandlungen nicht nur mit neuen, sondern auch mit den eigenen Profis. „Wir fangen hinten an”, verkündet Luhukay und meint damit die Abwehr, noch der stärkste Mannschaftsteil. Die wird am Samstag zwangsgeändert: Für den gesperrten Steve Gohouri wird wohl Zé Antonio auflaufen.