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Aachen: „Das bekommen wir mit unserer Bierruhe hin”

Aachen : „Das bekommen wir mit unserer Bierruhe hin”

Das Motto des Tages gab der dienstälteste Akteur vor. „Ein bissken Spaß haben”, hatte sich Alemannias Willi Landgraf vorgenommen, am Tag, als die Rückrunde wieder aufgenommen wurde. Der 36-Jährige hatte mehr als nur ein „bissken Spaß”, auch wenn er auch am zweiten Tag im neuen Jahr noch ohne Grätsche auskommen musste.

Morgens wurde frisch angezapft, die Spieler mussten den üblichen Laktattest im Waldstadion über sich ergehen lassen. Es folgte die Einstimmung auf die Rückrunde. „Natürlich wird der Druck weiter zunehmen”, prophezeite Manager seiner Mannschaft.

Beunruhigt ist Jörg Schmadtke deswegen nicht, auch wenn den Herbstmeister nun erst einmal 17 Jäger „erlegen” wollen. „Das werden wir mit unserer Bierruhe schon hinbekommen”, kündigt Schmadtke an. „Wir werden auch weiterhin nicht auf jede kleine Unebenheit reagieren.”

Die Hälfte des Weges liegt hinter den Aachenern, auf der Reststrecke lauern Gefahren wie „Überheblichkeit, Verletzungspech, nachlassende Begeisterung oder auftretende Zweifel”, vermutet der Sportdirektor.

Die Mannschaft hat alle anderen Wettbewerbe schon verlassen, so soll es nur noch den Tunnelblick Richtung Bundesliga geben.

Zumindest lässt sich der aktuelle Klassenprimus auch in der Halle so schnell nicht aus der Ruhe zu bringen ist. Eine kleine Gruppe von Technikern hatte Trainer Dieter Hecking beim ersten Rheinland-Cup am Abend in der Kölnarena aufgeboten.

Beim 2:1 gegen Rot-Weiß Essen drehten Cristian Fiel und mit der Schlusssirene Jan Schlaudraff die Partie noch. 4:4 endete das letzte Gruppenspiel gegen den MSV Duisburg, und dabei erlebten 15.234 Zuschauer - ­das ist Hallenrekord -­ eine kleine Sensation.

Willi Landgraf schoss ein Tor. Die übrigen Treffer steuerten Matthias Heidrich und zwei mal Yunus Balaban hinzu. Der Amateurspieler hat aufregende Zeiten vor sich, heute reist er mit der Mannschaft ins Trainingslager nach Portugal.

Mit dabei ist auch ein 16-Jähriger. Manuel Junglas kickt auffallend gut in Alemannias U-17. „Er ist uns beim Perspektivtraining mehrfach positiv aufgefallen”, sagt Co-Trainer Dirk Bremser. Nun schnuppert der Angreifer ein wenig bei den Profis hinein.

Die hatten durchweg gute Laune: Im Halbfinale wurde eine Nachwuchsmannschaft der Gastgeber 4:0 zerlegt (Tore: Fiel, Landgraf, Casper, Schlaudraff), erst im Endspiel unterlag Aachen gegen Eintracht Frankfurt mit 1:3 (Tor: Rauw).