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Mönchengladbach: Da waren´s nur noch 25 Borussen...

Mönchengladbach : Da waren´s nur noch 25 Borussen...

„20 Feldspieler plus zwei Torhüter”, das ist für Hans Meyer die ideale Kaderstärke für die tägliche Arbeit. 28 Spieler hat aber Borussia Mönchengladbach in ihrem Aufgebot.

Vielmehr: hatte in ihrem Aufgebot. Denn Hans Meyer hat gehandelt: Borussia Mönchengladbachs Trainer strich am Dienstag Soumaila Coulibaly, Sascha Rösler und Sharbel Touma aus dem Aufgebot. „Sie können sich anderweitig orientieren”, erklärte Sportdirektor Max Eberl, „sie werden ab sofort bei der U23 trainieren bzw. separates Training erhalten.”

„In unserer schwierigen Situation ist es unabdingbar, dass wir nicht weiter mit Spielern arbeiten, die unzufrieden sind”, sagt Meyer, der schon immer ein Freund davon war, mit einer kleineren Spielergruppe zu arbeiten. Nur die gewährleistet ihm, „dass wir uns gezielt und optimal auf die nächsten Spiele vorbereiten”. Was auch eine Abkehr von der Rotation bedeutet. „Das kann nur die Ausnahme sein, wenn alle gesund sind.”

Weitere Spieler werden Coulibaly, Rösler und Touma folgen, denn die Borussia dürfte nach neuen Aktiven Ausschau halten. Zum Beispiel nach einem „Helfer” für Gladbachs größtes Talent. „Marko Marin”, sagt Hans Meyer, „Marko Marin würde in Bremen 20 Prozent besser spielen.”

Meyer will natürlich nicht, dass Borussias Jungstar den Klub verlässt, der seit zwei Wochen wieder in Mönchengladbach tätige Trainer meint damit nur: In einer Mannschaft mit mehr Qualität würde sich ein so großes Talent wie Marin noch besser entwickeln. An der Weser zum Beispiel könnten die ohne Zweifel großen Defizite des 19-Jährigen im defensiven Spiel leichter aufgefangen werden.

Meyer legt seine Finger in die Wunden. Seine Eloquenz lässt es zu, dass er dabei niemandem in seinem Umfeld vor den Kopf stößt. Aber die Aussagen des 66-Jährigen kann man so interpretieren: Der Kader, der durch die Zweite Liga marschiert ist, wurde überschätzt; auf die Offensive wurde ein bisschen zu viel Wert gelegt; der Kader ist/war zu groß; es fehlen in diesem Aufgebot die Fußballer, die die richtige Mischung ausmachen.

Unter anderem eben ein Akteur, der einem wie Marin den Rücken frei halten kann. Meyers Vergleiche: Zinedine Zidane sei am besten gewesen, wenn Claude Makelele bei Real Madrid hinter ihm spielte und Andreas Möller in Dortmund, wenn er Steffen Freund als Absicherung hatte.