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Köln: Comeback von Standby-Profi Cullmann

Köln : Comeback von Standby-Profi Cullmann

Eins muss man ihm lassen: Carsten Cullmann hat Erfahrung im „Aufsteigen”. Seit elf Jahren ist der 31-Jährige jetzt beim 1. FC Köln beschäftigt. In dieser Saison fungiert er als so genannter „Standby-Profi”.

Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich, dass „Culli” zwar zum Profi-Kader gehört, vornehmlich aber die FC-Amateure in der Oberliga Nordrhein anführen soll. Doch was wäre der FC ohne seinen letzten echten Kölschen? Und so stieg Cullmann am Donnerstag einmal mehr in den Mannschaftsbus der Profis. Diesmal, um das Projekt „Aufstieg 2008” mit dem heutigen Spiel beim FC St. Pauli zu beginnen. Der Hintergrund des Comebacks ist allerdings ziemlich unerfreulich.

Bei Youssef Mohamad (Gehirnerschütterung), der unter der Woche mehrfach das Training abbrach, blieb die von Trainer Christoph Daum erhoffte „Wunderheilung” aus. Ersatzmann Tobias Nickenig laboriert an einem Faserriss am Gesäßmuskel. Wie der rekonvaleszente Alpay blieben beide daheim. Dafür durfte der von seiner Sprunggelenksverletzung genesene Verteidiger Aleksandar Mitreski mitfahren.

Die Personalnot macht bei der zuletzt ohnehin bedenklich wankenden Defensive die Aufgabe am Hamburger Millerntor nicht gerade leichter. „Pauli hat im Pokal gegen einen klassenhöheren Gegner gewonnen, wir gegen einen klassentieferen verloren, also ist Pauli Favorit”, rechnet FC-Trainer Christoph Daum vor.

Doch die Favoriten-Bürde bekommt die Edeltruppe vom Geißbockheim natürlich umgehend zurück. Der Kultklub vom Kiez will nach vier Jahren in der Regionalliga die Klasse halten - und fühlt sich dabei pudelwohl in der Rolle des krassen Außenseiters. Die mangelnde individuelle Klasse versuchen die Hamburger mitsamt ihrer ebenso begeisterungs- wie leidensfähigen Fan-Schar durch gute Spielanlage, Motivation, Lauffreude, Aggressivität und mannschaftliche Geschlossenheit auszugleichen. Dinge, die den Kölnern beim letzten Auftritt abgingen.

„Ich bin überzeugt, dass jeder verstanden hat, dass wir in erster Linie für uns selbst und unseren Anspruch spielen”, resümierte der Trainer. Neben Cullmann bestieg am Donnerstag auch Stefan Wessels den Bus. Bis zum Abend lag dem FC noch kein Angebot vom FC Everton vor. Nach dem Testtraining des Torwarts am Mittwoch hatte Wessels mit den Verantwortlichen vereinbart, dass der Premier-League-Club sich melden würde.