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Köln: Christoph Daum hat „die Nase voll”

Köln : Christoph Daum hat „die Nase voll”

Feiern, auslaufen und ein freier Sonntag - das etwas andere Aufarbeiten eines verlorenen Derbys. Beim 1. FC Köln war der Frust nach der 0:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen schnell verflogen. „Wir haben ganz gut gespielt. Schade, dass wir die Chance nicht genutzt haben. Da war mehr drin.”

Sagte FC-Präsident Wolfgang Overath - und machte sich auf in den Hahnwald, wo in der Villa von Christoph Daum die Party zum 55. Geburtstag des Kölner Trainers stieg, zu der auch die Mannschaft eingeladen war. Der Letzte soll die Feierlichkeiten morgens um 5 Uhr verlassen haben, um 11 Uhr waren alle beim Auslaufen am Geißbockheim. Sonntag war trainingsfrei, Montag beginnt die Vorbereitung auf die Bundesligapartie gegen Borussia Dortmund am Mittwoch (20 Uhr).

Lautes Nachdenken

„Eine ganz starke Halbzeit” hatte der FC-Trainer gesehen. „Man erkennt langsam die Handschrift. Aber in der Offensive hätte ich mir etwas mehr Effektivität gewünscht. Da müssen wir nachlegen.” Denn ein Novakovic ist offensichtlich nicht genug, und vor Ende November ist kaum mit dem Einsatz von Mannaseh Ishiaku (im Aufbautraining) zu rechnen.

Deshalb denkt Daum laut über mögliche Konsequenzen nach. „Vielleicht müssen wir im Winter noch einen Stürmer holen”, sagt der 55-Jährige - allen Erklärungen des Vorstands zum Trotz, der die Personalakte für diese Saison für geschlossen erklärt hat.

„Für die Komplimente, die wir für unsere Leistung in der ersten Halbzeit bekommen haben, können wir uns nichts kaufen”, fasste Christoph Daum seine Gefühlslage nach den 90 Minuten auf der Baustelle BayArena trotzig zusammen. „Fußball ist ein Ergebnissport, und die Zahlen sprechen eben gegen uns.”

Die Niederlage an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, die er 2000 wegen der Kokain-Affäre verlassen musste, hat ihn arg gewurmt. „Du hast die Nase voll”, hatten die Leverkusener Fans am Ende skandiert. Und den Gemütszustand des Kölner Trainers am späten Abend seines 55. Geburtstages ziemlich genau wiedergegeben.