1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Aachen: Buchwald: „Die Finanzen wären nicht das Hindernis”

Aachen : Buchwald: „Die Finanzen wären nicht das Hindernis”

Seine schwäbische Heimat Walddorf hat Guido Buchwald für ein paar Tage verlassen, er genießt die Alpen in Österreich. So richtig entspannen kann der 46-Jährige nicht, das mobile Telefon will intensiv betreut werden. Es bimmelt häufig.

Verdächtig oft sind in den letzten Tagen Teilnehmer aus dem Rheinland am anderen Ende, nachdem dort bekannt wurde, dass Buchwald ein oder vielleicht sogar der Trainerkandidat bei Alemannia Aachen ist.

Das Echo sei durchaus geteilt, meint Buchwald. Die Palette reiche von großer Begeisterung bis zu völliger Ablehnung. Buchwald registriert solche Einschätzungen, größere Bedeutung misst er ihnen nicht bei. Er will sich sein eigenes Bild von dem Absteiger und seinen Akteuren machen.

Mit Manager Jörg Schmadtke hat er bereits telefoniert, in den nächsten Tagen ist ein Treffen irgendwo im Süden der Republik geplant. Auch das ist eine der offenen Fragen: Wie ist die Chemie zwischen den beiden Männern, deren Wege sich bislang nur auf den Spielfeldern der Bundesliga gekreuzt haben? „So etwas kann man nur im direkten Gespräch herausfinden”, sagt Buchwald. Manager Jörg Schmadtke sagt zu dem Thema Trainer-Fahndung seit Tagen nur, dass er nichts sagt.

Eine andere Frage bewegt den Weltmeister von 1990 noch: Welche Perspektive hat der Absteiger? Die Mannschaft wird gerade neu zusammengeschraubt, noch ist die Tendenz nicht eindeutig. Buchwald will prinzipiell ein hoch ambitioniertes Team übernehmen, das zumindest mittelfristig die Bundesliga anpeilt.

Aber könnte ein finanziell limitierter Verein wie Aachen den Weltmeister überhaupt finanzieren? Schließlich war Buchwald im Land der aufgehenden Portmonees unterwegs. „Die Finanzen wären nicht das ganz große Hindernis”, sagt der Kandidat. „Wenn es mir ums Geld ginge, hätte ich den Vertrag in Japan noch für fünf Jahre verlängert.”

In Japan hat er im letzten Sommer mit den Urawa Red Diamonds den Kaiserpokal und den Meistertitel gewonnen. Als „Trainer des Jahres 2006” verließ „Guido-San” Asien. Zurück blieb sein Assistent Gert Engels. Der ehemalige Spieler von Düren 99 und Borussia Mönchengladbach ist seit 1990 enorm erfolgreich als Trainer in Japan unterwegs. „Ich würde sehr gerne mit ihm auch in Deutschland weiterarbeiten”, sagt Buchwald, „wenn er aus dem Vertrag herauskommen würde.”