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Fürth: Broichs Fehlpass kostet den FC zwei Punkte

Fürth : Broichs Fehlpass kostet den FC zwei Punkte

Es war der schönste Fehlpass des Spiels. Aber das konnte Thomas Broich natürlich auch nicht trösten. Mit hängenden Schultern stand der Mittelfeldmann in den Katakomben des Playmobil-Stadions.

„Der Ball wäre ins Aus gegangen, aber ich wollte ihn im Spiel halten - und dann fällt dieses saublöde Tor, das so nicht passieren darf.” Das „saublöde Tor” bedeutete den 2:2 (2:1)-Ausgleich durch Stefan Reisinger (85.) für die Spielvereinigung Greuther Fürth beim Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga. Reisinger hatte einen Konter vollendet, den Broich eingeleitet hatte.

Dass nach dem Spiel die Tür zur Kölner Kabine mehrfach knallte, zeigte die Stimmung bei den Geißböcken. „Natürlich sind wir enttäuscht”, gestand Broich: „Wir müssen ja davon ausgehen, dass der eine oder andere Aufstiegskonkurrent an diesem Wochenende mal gewinnt. Da hätten uns die drei Punkte gut zu Gesicht gestanden.”

Christoph Daum lobte seine Schützlinge zwar für ihr „couragiertes Spiel”, übte aber auch klare Kritik: „Du musst bei einer 2:1-Führung auf Ergebnis spielen. Da darfst du dich nicht auskontern lassen.” Der Trainer hatte vor der Partie für Erstaunen gesorgt. Für die verletzten Nemanja Vucicevic und Fabrice Ehret hatte Daum Mittelfeldmann Broich und Marvin Matip gebracht. Den gesperrten Kevin McKenna ersetzte Aleksandar Mitreski in der Innenverteidigung. Dafür rückte Maynor Suazo auf Mitreskis Position im defensiven Mittelfeld. Für Adil Chihi spielte Andr? in der Offensivabteilung.

Bei all den Wechseln schienen die Spieler ähnlich verwirrt, wie mancher Betrachter. Eine klare Linie war im Spiel der Rot-Weißen

zunächst nicht zu erkennen. Dennoch stand es nach 20 Minuten 2:0 für den FC, ohne dass sich die Spieler eine einzige Torchance erspielt hätten. Erst kam Fürths Jan Mauersberger Kölns Angreifer Milivoje Novakovic nach einer Freistoßflanke von André zuvor und bugsierte den Ball in die Maschen (4.). Dann foulte Thorsten Burkhardt Kölns Broich im eigenen 16er. Patrick Helmes münzte den Elfmeter in sein zehntes Saison tor (14.) um. Die Fürther waren verunsichert. Da ihnen aber der FC in puncto Fehlern im Spielaufbau in nichts nachstand, ging der Anschlusstreffer von Martin Lanig (25.) in Ordnung.

Nach der Pause musste das Spielniveau erst seinen Tiefpunkt erreichen, bis sich Patrick Helmes & Co. langsam an die neue Formation zu gewöhnen schienen. Nach flüssigen Kombinationen scheiterte der Nationalspieler gleich zwei Mal in am Fürther Schlussmann Sascha Kirschstein (53./64.).

Der an sonsten gut gedeckte Milivoje Novakovic jagte den Ball in der 81. Minute aus kurzer Distanz in den Himmel. „Wenn wir die Tore gemacht hätten, wären wir hier als Sieger vom Platz gegangen”, haderte Helmes. So fielen die Feierlichkeiten zu seinem Geburtstag aus. „Wir haben nicht gewonnen, was gibt es also zu feiern?”, fragte der seit jetzt 24-Jährige.