Brilon, Bonn, Brüssel und Berlin

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Claus Schmitz, ehemaliger Intendant am Theater Aachen und inzwischen erfolgreicher TV-Regisseur, schreibt das Drehbuch zur Fernsehsitzung „Wider den tierischen Ernst”.

Unter dem Strich steht - zumindest auf dem Papier - ein bunter Programmix, der diesmal live aus dem Aachener Eurogress übertragen wird (kommenden Samstag, 11. Februar, ARD, 20.15 Uhr bis 23 Uhr).

Fünf Redebeiträge warten auf das Publikum, das im Vorjahr zu Spitzenzeiten die Acht-Millionen-Grenze überschritt. Zunächst referiert der Alsdorfer Kabarretist und Büttneredner Jürgen B. Hausmann - im Vorjahr erfolgreich als Taxifahrer Karl - über einen nominierten Jockey zu den Weltreiterspielen in Aachen. Leider kam ihm sein Pferd abhanden...

Alsdann treten Armin Laschet und Cem Özdemir - ebenfalls zuletzt beim AKV umjubelt - als Schweizer Gardisten auf. Der nächste Redner ist ein Mann, der im Karneval Premiere feiert, völlig unverkleidet auftritt und den man eher weniger in der närrischen Aachener Bütt erwartet hätte: Gregor Gysi, Fraktionschef der Linkspartei. Ihm folgt Karl Kardinal Lehmann mit seiner Laudatio auf Friedrich Merz. Der Ordensritter tritt traditionell zum Schluss in einer Rolle auf, die er bis zu seinem Auftritt nicht preisgeben mag.

Tänzerisch präsentieren sich beim Fernsehkarneval des AKV das Tanzsportzentrum Aachen sowie TN-Boom, die Company der Aachener Choreographin Magra Render. Musikalisch sind die Gruppen „jonge vajjen Beverau” und „Arschpopeng” sowie der Newcomer Christoph Birken und „Oldie” Dirk von Pezold als Lennet Kann zu hören. Gleich zu Beginn steigt ein Medley des Alt-Aachener Komponisten Leo Lamm, vorgetragen von den beiden AKV-Elferräten Hubert Crott, Rolf Gerrards sowie von Aegid Lennartz.

Bei der gestrigen Pressekonferenz des AKV probte Präsident Dieter Bischoff schon einmal seine etwa einminütige Begrüßung. Man stelle sich vor, sagte er den anwesenden Journalisten, es sei bereits Samstag, 20.16 Uhr. Während des Leo-Lamm-Medleys trete er auf die Bühne und sage dann: „Guten Abend, meine Damen und Herren! Herzlich willkommen, liebe Närrinen und Narren zur 56. Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst live aus dem Aachener Eurogress.” Was das Fernsehpublikum nicht erfahren wird, ist die geringe Wertschätzung des Saales durch Vizepräsident Ulrich Wellen. Der gab gestern zum Besten: „Das Eurogress ist viel zu klein für den AKV. Wir verwalten dort nur den Notstand.”

Hoffentlich reicht das aus für 1336 Zuschauer vor Ort.