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Mönchengladbach: Borussias Charakter-Test Nr. 2

Mönchengladbach : Borussias Charakter-Test Nr. 2

Der Klassenerhalt steht eigentlich nicht mehr auf dem Spiel. Wohl aber das Ansehen des Klubs, der Spieler und des Trainers: Borussia Mönchengladbach am Samstag gegen den VfB Stuttgart, der Tabellenletzte gegen den -dritten, der Fast-Absteiger gegen den Champions-League- und Meisterschaftskandidaten.

Absolute Tor-Harmlosigkeit gegen -Gefährlichkeit, da kann man aus Sicht des Gastgebers speziell nach der zuletzt in Hannover gezeigten Agonie Übles befürchten. „Dass der VfB mehr Qualität besitzt, darüber muss man nicht lange diskutieren”, sagt Jos Luhukay. Deshalb müsse das Team im Vordergrund stehen. Doch das existierte bereits am vergangenen Sonntag nicht mehr, weil sich einige aus dem gemeinsamen Tun ausklinkten.

„Wir werden gut hinschauen - und die Konsequenzen daraus ziehen. Wir können nur Spieler gebrauchen, die sich vollen Herzens für die Borussia zerreißen wollen. Die Zweite Liga ist keine Spaß-Liga”, kündigt Gladbachs Trainer an.

Charakter-Test Nummer 2: „Die Gefahr ist, dass einige nur für sich selbst auf dem Platz stehen und ihre taktischen Aufgaben an sich vorbei gehen lassen. Damit bekommen dann andere Spieler Probleme.”

Und so ist nachvollziehbar, dass David Degen am Freitag aus dem Kader plumpste, obwohl Luhukay zuvor angekündigt hatte, den Schweizer und Mikkel Thygesen angesichts der Delura-Verletzung zu berücksichtigen. Der dänische Neuzugang besitzt aber den Vorteil, auf mehreren Positionen einsetzbar zu sein und sein eigenes Interesse nicht permanent und öffentlich über das des Klubs zu setzen.

Es gibt einige Spieler, die Borussia nicht mehr haben will, die aber einen Vertrag besitzen mit einer Ausstiegsklausel - Degen etwa für zwei Millionen Euro - und hoffen, möglichst einfach das sinkende Schiff verlassen zu können. Solchen Profis auch noch den Gefallen zu tun und sie ins Schaufenster zu stellen auf Kosten des eh angeknacksten Mannschaftsgeistes, misshagt dem Niederländer - abseits aller finanzieller Erwägungen.

Die Machtverhältnisse sind für Luhukay eindeutig, trotz der Hypothek durch die zahlreichen Schlupfloch-Verträge: „Es soll nicht so sein, dass die Spieler bestimmen, wie die Zukunft von Borussia aussehen soll. Wir entscheiden, wer dazugehört. Wenn jetzt einige abspringen wollen, dann nur, wenn wir die Zustimmung geben und nicht umgekehrt.”

Er selbst fühlt sich zwar mit verstrickt in den Abstieg, doch dass er durch ihn als Trainer beschädigt sei, sieht Luhukay nicht. „Für die neue Saison habe ich Einfluss auf den Kader, dann darf und kann man mich beurteilen.”