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Mönchengladbach: Borussia ohne Neuling ins spanische Treibhaus

Mönchengladbach : Borussia ohne Neuling ins spanische Treibhaus

Vor einem Jahr musste der interessierte Mönchengladbach-Fan genau hinschauen, um all die Neulinge, die der damalige Trainer Dick Advocaat auf den Gabentisch gelegt bekommen hatte, zu identifizieren.

Beim aktuellen Einstieg in die Rückrunde tauchten erneut einige unbekannte Gesichter auf. Die Bescherung für Horst Köppel war dennoch ausgeblieben.

Die schwer zu identifizieren Sportgestalten war ein Trio aus dem U23-Kader, das auch am Freitag mit ins Trainingslager gen Spanien fliegt. Andreas Spann, Dennis Kempe und Tobias Levels komplettieren den Spielertross auf die stattliche Zahl von 26 Fußballern.

Nicht mit dabei sind lediglich Thomas Helveg (Achillessehne) und Oliver Kirch (Knie), die sich beide nach ihren Operationen in der Reha befinden. Wohl aber die Rekonvaleszenten Jörg Böhme und Wesley Sonck.

Der vom Verletzungspech gebeutelte belgische Stürmer mit einem speziellen Wunsch fürs neue Jahr: „Ich hoffe, dass ich 2006 den Leuten mein richtiges Niveau zeigen kann.”

Bleibt für die Rückrunde also eine Blutauffrischung aus? „Wir werden uns alles offen halten. Wir werden keinen Crashkurs fahren und erst einmal der Mannschaft das Vertrauen schenken”, hält sich Sportdirektor Peter Pander bedeckt.

Geschützter Teamgeist

Der Hintergrund ist klar: Große Kauf-Ankündigungen treiben die Preise nach oben. Und gefährden den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.

Der Teamgeist ist da, wenn er häufig auch nicht ausreichte, auch über 90 Minuten fußballerisch zu überzeugen. Und so analysiert der Manager: „In den letzten Spielen gegen Frankfurt und Nürnberg haben wir erneut Schwächen gezeigt. Ich lasse mich nicht von Ergebnissen blenden. Es war ein gutes halbes Jahr für die Borussia, das beste seit dem Wiederaufstieg. Aber wir müssen an die Dinge rangehen, in denen wir schwach waren.”

Ein klarer Auftrag auch für Trainer Horst Köppel, sich im vermeintlich sonnigen Oliva (Costa Blanca) nicht nur an der so angenehmen Binnen-Atmosphäre zu erwärmen. „Wir verpennen meist die erste Halbzeit”, sagt Köppel.

Der Wendepunkt kommt vorwiegend in der Pause, „obwohl ich es ja auch vor dem Spiel sage”. Vorher aber „fehlt einer, der das Heft in die Hand nimmt. So einen Typ wie es früher Wolfgang Overath war haben wir im Mittelfeld nicht. Und ich bin ehrlich, von außen schaffen wir das nicht”, sagt Köppel. Und schränkt ein: „Das kann man nicht trainieren, das muss wachsen.” Für einen Treibhauseffekt kann auch die Sonne Spaniens innerhalb von nur acht Tagen wohl kaum sorgen.