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Mönchengladbach: Borussia im Achtelfinale dank Heimeroth

Mönchengladbach : Borussia im Achtelfinale dank Heimeroth

Borussia Mönchengladbach kann doch zu Null spielen. Zumindest 90 Minuten im Pokal. In der Verlängerung gegen Leverkusen aber rappelte es auf beiden Seiten. Und so war die Bühne bereitet für das Elfmeterschießen - und Christofer Heimeroth.

Die neue Nr. 1 im Tor hielt einen Schuss von Patrick Helmes und bescherte damit Borussia den Einzug ins Achtelfinale.

Am Dienstagnachmittag hatte sich Michael Frontzeck noch über seine Optionen gefreut, die ihm die Rückkehr der Gesperrten bescherten. Am Abend war er um eine von dreien ärmer: Roel Brouwers verdrehte sich im Abschlusstraining das linke Knie. Durch den Ausfall des potenziellen Abwehrstabilisators blieb Daems zentral, Schachten verteidigte links.

Bewusst stellte Frontzeck nicht defensiver auf, er vertraute der Mannschaft und dem favorisierten System mit vier Offensivspezialisten und zwei Sechsern, die eigentlich eher Achter sind. Idrissou rückte auf die rechte Seite, Reus agierte neben Bobadilla als Schattenspitze, und Arango kehrte auf die linke Seite zurück.

Von Unsicherheit war bei der Borussia nichts zu spüren. Der Dauer-Plan, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen kurz zu halten, wurde umgesetzt. Und es folgten biblische zehn Minuten: Wer Defensive sät, wird Sturm ernten. Am Ende dieser Periode hätte es 3:0 für Mönchengladbach stehen müssen. Doch Reus (2.), vor allem Idrissou (6.) und Bobadilla ließen Chancen der Marke hundertprozentig aus. Die Missernte wurde beinah bestraft: Doch Heimeroth rechtfertigte seinen Einsatz für den „geschonten” Logan Bailly und blockte einen Schuss von Helmes, der Schachten und Anderson ausgetanzt hatte, ab (19.). Den Höhepunkt der ausgelassenen Chancen lieferte Bobadilla, der allein vor Ren Adler am Bayer-Torhüter scheiterte (22.).

Schluss mit der Herrlichkeit

Bis zur Halbzeit war damit aber erst mal Schluss mit Gladbachs Chancen-Herrlichkeit. Bayers Kombinationsspiel wurde zunehmend präziser. Borussia reagierte nicht unbedingt wie die Wackelabwehr der Nation, konnte aber nicht länger die Angriffe der Gäste frühzeitig unterbinden. Heimeroth musste eingreifen. Der Ex-Schalker parierte einen Kopfball von Helmes (32.) und bugsierte sogar noch einen Hacken-Abpraller von Schachten übers Tor (34.). Da verziehen ihm die Fans sogar die traditionell schlechten Zuspiele, die sie ihm vor zwei Jahren noch verbal um die Ohren gehauen hatten.

Auch nach der Pause gingen die Gladbacher ihrem neuen Hobby nach: Eine Musterflanke von Idrissou köpfte Reus in den Winkel, doch wieder flog „der Adler” erfolgreich (53.). Und so schien alles seinen zuletzt üblichen (Unter)Gang zu nehmen: Daems lief Helmes unglücklich in die Hacken. Der Gefoulte wollte den Strafstoß selbst verwandeln, doch die frenetischen Heimeroth-Rufe schienen ihn so irritiert zu haben, dass er deutlich neben das Tor traf (62.). Beflügelt von der Unterstützung baute Heimeroth seine Glückssträhne weiter aus: Derdiyoks Schuss aus zwei Metern prallte von ihm ab (65.).

Daems & Co. hatten immer mehr Schwierigkeiten, die Ordnung zu halten. Doch die Abwehr hielt - die Pechsträhne auch. Der eingewechselte de Camargo wurde auf der Strafraumgrenze gefoult, Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied sich für die für Borussia schlechtere Version: nur Freistoß, den Daems in die Mauer jagte (88.). Erst in der Verlängerung rappelte es: Erst nutzte Derdiyok ein kurzes Zuspiel des eingewechselten Rolfes zum 1:0 (107.). Idrissou ließ aber 79 Sekunden später den Ausgleich folgen. Es wurde dramatisch: Einen Schuss von de Camargo lenkte Adler an die Latte (111.).