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Hamburg: Bier gekühlt, Balkon reserviert: St. Pauli hofft auf friedliche Party

Hamburg : Bier gekühlt, Balkon reserviert: St. Pauli hofft auf friedliche Party

Das Aufstiegsbier steht kalt, der Balkon ist reserviert: Der Hamburger Kiez fiebert der größten Fußball-Party seit Jahren entgegen. Mit einem Punkt gegen Dynamo Dresden kann der FC St. Pauli am Freitag die ersehnte Rückkehr in die 2. Liga perfekt machen - und Zweifel am Gelingen gibt es nicht.

„Wir haben zwei Elfmeter und einen davon müssen wir versenken”, sagte Trainer Holger Stanislawski vor dem vorletzten Saisonspiel und deutete damit an, dass es nur noch um den Zeitpunkt des Startschusses für die große Sause geht. „Mit der Möglichkeit, vor eigenem Publikum bei einem Abend-Spiel den Aufstieg zu schaffen, gibt es schon ein bisschen Vorfreude”, meinte er.

Die Begeisterung rund um den Regionalliga-Tabellenführer ist gewaltig: 50.000 Karten hätten abgesetzt werden können, doch nur 15.300 Zuschauer passen ins marode Millerntor-Stadion. Geplant ist deshalb eine Übertragung auf einer Großbildleinwand auf dem Spielbudenplatz - wie beim Bundesliga-Aufstieg im Mai 2001, als der Kiez zum bislang letzten Mal seine Helden im großen Stil feierte.

Falls der schon vor Jahren ausgerufene „Kampf für eine bessere Liga” endlich erfolgreich ist, wird die Mannschaft den Fans wie ein Meister präsentiert - und doch stilecht à la St. Pauli: auf dem Balkon des „Schmidt” -Theaters von Clubchef Corny Littmann auf der Reeperbahn.

Sorgen bereitet den Verantwortlichen allerdings das Thema Sicherheit. „Ausschreitungen sind nicht auszuschließen”, sagte der Sprecher der Hamburger Polizei, Ralf Meyer, angesichts der brisanten Konstellation. Zum einen haben Dresdner Fans in dieser Saison wiederholt für Krawall gesorgt und stehen vielen Pauli-Anhängern in besonders tiefer Abneigung gegenüber.

Zum anderen ist die Atmosphäre in der Hansestadt im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm ohnehin angespannt. Nach Angaben von Littmann werden 250 Ordner im Stadion und rund 800 Polizisten in der Umgebung eingesetzt. „Ich rechne aber nicht damit, dass es zu größeren Ausschreitungen kommt”, sagte er.

Für den Verein würde mit einem Aufstieg ein Leidensweg zu Ende gehen, der mit dem Sturz aus der 1. Liga in die Regionalliga binnen zwei Jahren (2002 und 2003) begonnen hatte und von den spektakulären Pokal-Erfolgen 2005 nur kurzfristig gelindert wurde. „Der Verein wird nur im Profifußball eine Zukunft haben können”, bekräftigte Littmann noch einmal.

Die Weichen dafür sind jedenfalls gestellt: Der Verbleib von Interims-Coach Stanislawski ist „beschlossene Sache”, das neue Stadion wird „auf jeden Fall gebaut”, das Team „punktuell verstärkt”, so Littmann. Fehlt also nur noch ein Erfolg am Freitag. „Dann werde ich mich hemmungslos betrinken”, kündigte Littmann schon einmal an.