1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Baumjohann: „Leitfohlen” und „nächster Ballack”?

Mönchengladbach : Baumjohann: „Leitfohlen” und „nächster Ballack”?

Schon lange gilt er als eines der größten Talente im deutschen Fußball, doch erst in diesem Jahr hat sich Alexander Baumjohann richtig ins Rampenlicht geschossen. Neben „Zauberzwerg” Marko Marin zählt der kreative Mittelfeldspieler in der Bundesliga-Rückrunde zu den tragenden Säulen von Borussia Mönchengladbach und will vor seinem Wechsel zum FC Bayern München mithelfen, den niederrheinischen Traditionsclub in der Eliteliga zu halten.

Der 22-Jährige ist zuversichtlich: „Die Rückrunde läuft gut. Wenn wir weiter so auftreten, müssen wir uns keine Sorgen machen.”

Lange hat es gedauert, bis bei Baumjohann der Knoten platzte. Dann aber hat sich das „Leitfohlen” im Galopp in die Herzen der Borussen- Fans und die Notizbücher der DFB-Trainer gespielt. Seine beachtlichen Auftritte und drei spektakulären Saisontore wurden belohnt: Am Donnerstag berief ihn U 21-Nationalcoach Horst Hrubesch erstmals in sein Aufgebot, das am 27. und 31. März zwei Länderspiele gegen die Niederlande (Ahlen) und Weißrussland (Paderborn) bestreitet. „Er hat sich im Saisonverlauf in den Blickpunkt gespielt. Die Berufung ist die logische Konsequenz”, lobt Hrubesch.

Borussia-Coach Hans Meyer wies dem gebürtigen Waltroper, der über eine brillante Technik, viel Übersicht, einen präzisen Schuss und inzwischen auch über genügend Durchsetzungsvermögen verfügt, erst 2009 einen Stammplatz in der Schaltzentrale zu. Gemeinsam mit Marin stand Baumjohann in fünf von sieben Rückrunden-Partien auf dem Feld.

Und es lief wie geschmiert: Borussia holte bis zum Heimspiel gegen den VfL Bochum am (heutigen) Freitagabend schon so viele Punkte wie in der gesamten Hinrunde. 14 Tore erzielte die Borussia nach der Winterpause, nur die Topclubs aus Stuttgart und Wolfsburg trafen häufiger. „Wir haben in der Vorrunde viele Punkte liegen gelassen und holen sie uns nun hoffentlich wieder zurück”, sagt Baumjohann.

Vor dem Wechsel nach Gladbach im Januar 2007 spielte Baumjohann vier Jahre bei Schalke 04. Schon 2004 sah der frühere Manager Rudi Assauer in ihm den „nächsten Ballack”. Auch der damalige Schalke- Trainer Jupp Heynckes, der ihn dann mit nach Gladbach nahm, war absolut überzeugt von dem 1,78 Meter großen Jungprofi, dem der jetzige Mitspieler Paul Stalteri die Qualität „eines echten Zehners” zuschreibt. „Alexander Baumjohann ist eines der größten Talente, die Schalke jemals ausgebildet hat”, schwärmte Heynckes seinerzeit.

Gleichwohl geriet Baumjohanns programmierte Karriere ins Stocken. Kein Feldspieler im Borussen-Kader schmorte länger auf der Ersatzbank oder der Tribüne. Erst am letzten Spieltag der Aufstiegssaison - beim 3:2 in Paderborn - wurde er zehn Minuten vor Schluss eingewechselt. Bundesweite Aufmerksamkeit erregte er mit seinem ersten Bundesligator im vorigen August, als er gegen Werder Bremen ein 70 Meter langes Solo mit dem „Tor des Monats” abschloss.

Nun fühlt er sich reif für den nächsten, mutigen Karriereschritt. Vom Sommer an spielt er auf der ganz großen Bühne gemeinsam mit europäischen Topstars wie Franck Ribery, Luca Toni und Miroslav Klose. Er geht die Herausforderung gelassen, aber selbstbewusst an: „Ich bin überzeugt, dass ich es bei den Bayern packen kann. Aber bis dahin konzentriere ich mich hier voll auf meinen Job. Wir wollen in der Liga bleiben, dabei will ich bis zur letzten Sekunde mithelfen.”