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Düsseldorf: Aufsteiger und Neuzugänge zum Bundesliga-Start im Fokus

Düsseldorf : Aufsteiger und Neuzugänge zum Bundesliga-Start im Fokus

Das Warten hat ein Ende. Nach dem vorgezogenen Kräftemessen von Meister VfB Stuttgart und dem FC Schalke 04 starten am Samstag und Sonntag auch die übrigen 16 Clubs in die mit Spannung erwartete 45. Bundesliga-Saison.

Im Mittelpunkt des Interesses steht das neu zusammengestellte Millionen-Ensemble des FC Bayern München, das sich bei der Titel-Jagd in der Allianz-Arena zunächst gegen den Aufsteiger Hansa Rostock bewähren muss. Auch die beiden weiteren Erstliga-Rückkehrer MSV Duisburg und Karlsruher SC starten mit schweren Auswärtsspielen. Der KSC tritt am Sonntag (17.00 Uhr) beim Pokalsieger 1. FC Nürnberg an, die „Zebras” müssen zum Aufgalopp beim Revier-Rivalen Borussia Dortmund eine ebenso schwere Aufgabe lösen.

Anders als viele Trainer, Fußball-Experten und Fans rechnet Franz Beckenbauer nicht mit einem Alleingang der mit mehr als 70 Millionen Euro verstärkten Bayern. „Es wird keinen Durchmarsch geben, sondern ein lange spannendes Titelrennen. Schalke, Werder und auch wieder Stuttgart bleiben dran. Natürlich hoffe ich, dass sich für Bayern das Risiko der großen Investitionen auszahlt”, schrieb der „Kaiser” in seiner „Bild” -Kolumne (Freitag-Ausgabe).

Beckenbauer bezeichnet die Runderneuerung des Rekordmeisters nach dem blamablen Abschneiden in der Vorsaison als „notwendiges Experiment”. Doch nicht nur er ist gespannt darauf, wie sich die Star-Truppe um Italiens Weltmeister Luca Toni, Miroslav Klose und Franck Ribéry im Liga-Alltag schlägt.

Trainer Ottmar Hitzfeld, der Willy Sagnol, Valérien Ismael, Lukas Podolski, Jan Schlaudraff und wohl auch Toni noch nicht zur Verfügung hat, dämpft die immensen Erwartungen. „Alle wollen gegen uns das Spiel des Jahres machen. Ich wäre zufrieden, wenn wir gegen Rostock 1:0 gewinnen.” Hansa-Kapitän Stefan Beinlich zeigt vor dem Duell wenig Respekt.

„Für Ribéry wird das Spiel etwas Besonderes, denn er darf noch einmal gegen mich spielen”, sagte Beinlich augenzwinkernd. Und Coach Frank Pagelsdorf verspricht, dass seine Elf im ersten Erstliga-Match seit 825 Tagen nicht vor Ehrfurcht erstarren wird. „Wir fahren nicht nach München, um das Stadion zu fotografieren.”

Nach zum Teil wenig aussagekräftigen Vorbereitungs-Begegnungen ist auch bei den übrigen Clubs der Blick vor allem auf die Neuzugänge gerichtet. Darf Duisburgs „Kugelblitz” Ailton schon in Dortmund ran? Trifft Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas für Bayer Leverkusen (gegen Energie Cottbus) genauso gut wie in Bochum?

Gelingt dem VfL Wolfsburg mit „Alleinherrscher” Felix Magath gegen Arminia Bielefeld endlich der erhoffte Anschluss an die nationale Elite? Schafft es der neue Hertha-Coach Lucien Favre nach den Abgängen von Yildiray Bastürk, Kevin-Prince Boateng und Dick van Burik trotz dünner Personaldecke schon bei seiner Liga-Premiere, mit seiner Elf bei Eintracht Frankfurt zu bestehen? Sind die Vorschusslorbeeren für die neuen BVB-Asse Jakub Blaszczykowski und Mladen Petric berechtigt?

Erste Antworten gibt es am Wochenende. Auch, ob Werder Bremen trotz schlechter Vorbereitung und großer Verletzungsprobleme gut aus den Startlöchern kommt. Der VfL Bochum macht sich jedenfalls große Hoffnungen, dem Vorjahresdritten endlich mal Paroli bieten zu können. Das 0:6-Debakel vom Vorjahr ist noch in unangenehmer Erinnerung und soll sich keinesfalls wiederholen. „Wir haben noch einiges gut zu machen”, verkündete VfL-Kapitän Thomas Zdebel. Während Trainer Marcel Koller seine Wunschelf aufbieten kann, muss Kollege Thomas Schaaf zahlreiche Leistungsträger ersetzen, darunter Torsten Frings. Auch der Einsatz des neuen Brasilianers Carlos Alberto ist fraglich.

Auf eine gelungene Vorbereitung blicken Hannover 96 und der Hamburger SV zurück, die am Samstag im Nordderby die Klingen kreuzen. Doch beide Trainer wissen, dass eine Bundesliga-Partie etwas anderes ist als ein UI-Cup- oder Testspiel. „Es ist nicht wichtig, wie die Vorbereitung gelaufen ist. Darauf kommt es nicht an”, mahnt HSV-Coach Huub Stevens, und auch sein Kollege Dieter Hecking betont: „Ich will die Euphorie nicht bremsen, aber für eine gelungene Vorbereitung kann man sich nichts kaufen. Jetzt steht alles auf dem Prüfstand.”