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Mönchengladbach: Auflösungserscheinungen in Gladbach

Mönchengladbach : Auflösungserscheinungen in Gladbach

Der beste Aufsteiger seit neun Jahren hat mit dem besten Torjäger der Liga seinem langjährigen Kapitän den bestmöglichen Abschied beschert. „Das war wirklich ein schöner Abschluss einer schwierigen Saison und ein fantastischer Ausstand für Dariusz Wosz”, sagte Trainer Marcel Koller nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg des VfL Bochum bei Borussia Mönchengladbach.

Gekrönt wurde der Erfolg der Revier-Elf durch den Treffer von „Kurz-Comebacker” Wosz, der vor seinem Karriere-Ende nach zweijähriger Pause noch einige Minuten Bundesliga-Luft schnuppern und prompt auch den letzten Treffer seiner Laufbahn feiern durfte. „Vielleicht kommt der Boss und sagt, spiel´ noch ein Jahr”, meinte der 37-jährige Ex-Nationalspieler grinsend.

Mit sechs Siegen aus den letzten acht Partien haben die lange in Abstiegsgefahr schwebenden Bochumer als Achte ihre drittbeste Bundesliga-Platzierung erreicht und nur knapp den UI-Cup verpasst. Das ist nach dem Titelgewinn des 1. FC Kaiserslautern 1998 das beste Ergebnis eines Aufsteigers.

„Mannschaft und Trainer haben sich super ins Zeug gelegt”, befand Manager Stefan Kuntz, der vor allem mit der Verpflichtung von Torschützenkönig Theofanis Gekas (20 Treffer) einen feinen Riecher bewiesen hat. Doch sowohl der Grieche als auch Leistungsträger wie Torhüter Jaroslav Drobny und Zvjezdan Misimovic werden den Club verlassen. „Da kommt jede Menge Arbeit auf uns zu. Man kann nicht immer so starke Spieler verpflichten”, sagte Kuntz.

Absteiger Borussia Mönchengladbach zeigte im neunten Spiel in Serie ohne Sieg Auflösungserscheinungen. Zur offiziellen Verabschiedung kamen nicht mal mehr alle Spieler, die meisten Profis wurden von den eigenen Fans ausgepfiffen und die Partie gegen Bochum war nach Christoph Dabrowskis Führungstreffer (24. Minute) praktisch entschieden, ehe Wosz (82.) den Endstand besiegelte. „Es war wie in der ganzen Saison. 23 Tore in 34 Spielen sind eindeutig zu wenig. So kann man keine Spiele gewinnen”, sagte Peer Kluge, der zum 1. FC Nürnberg wechselt und als einer der wenigen Borussen gefeiert wurde.

Trainer Jos Luhukay steht in der kommenden Zweitliga-Saison vor einer schweren Aufgabe. Bislang haben sich erst wenige Spieler für einen Verbleib ausgesprochen. Nationalspieler Marcell Jansen zählt nicht dazu. Der Linksverteidiger wird wohl zum FC Bayern München wechseln. Sportdirektor Christian Ziege bestätigte die Anfrage.

„Das Interesse ehrt mich natürlich. Ich stehe jetzt vor dem wichtigsten Schritt in meiner Karriere als Fußballer”, betonte Jansen. Seiner Borussia wird er aber weiterhin die Daumen drücken. „Es ist schade, dass es so ein Ende nehmen musste, aber ich hoffe, dass es für Gladbach wieder aufwärts geht”, sagte der 21-jährige Nationalspieler.