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Mönchengladbach: Auch Meyers rechte Hand ist hart ...

Mönchengladbach : Auch Meyers rechte Hand ist hart ...

Wenn es die Hauptaufgabe eines Co-Trainers ist, im Verborgenen zu arbeiten, dann ist Jürgen Raab ein guter Assistent. Doch der typische, weil ewige Co, ist der 49-jährige Neben-Trainer von Hans Meyer auch nicht (mehr).

Der ehemalige DDR-Auswahlspieler war schon als erster Mann für Rot-Weiß Erfurt und Sachsen Leipzig tätig. Dass er dennoch einen vermeintlichen Schritt zurück ins zweite Glied vollzog, lag an zwei Dingen: „Hans Meyer und die Chance, in der Bundesliga zu arbeiten.” Meyer holte ihn im November 2005 nach Nürnberg, obwohl er wusste, dass Raab eigentlich nur noch in vorderster Front arbeiten wollte. Und auch nach Meyers Rückkehr ereilte ihn der Ruf des geschätzten Chefs.

„Wir haben die gleiche Auffassung von der Art, Fußball zu spielen”, erklärt der Thüringer. „Was anderes könnte ich nur schwer ertragen.” Bereut hat er keinen von beiden Schritten. „Das hätte ich in der 3. Liga nicht erlebt.” Was in Sachen Nürnberg nahe liegt. „Aussichtslos abgeschlagen, dann noch Platz 8, dann der Pokalsieg, der Europapokal”, zählt Raab die Positiv-Liste auf.

Die ist in Mönchengladbach - noch - leer. Dabei ist rein zahlenmäßig der Rettungs-Auftrag leichter, als damals in Nürnberg. Allerdings bestanden und bestehen noch immer verschärfte Bedingungen am Niederrhein. „Der Club hatte schon in der 1. Liga gespielt. Und das Denken der Spieler war anders ausgerichtet, auch defensiv, gegen den Ball.”

Gladbach entpuppte sich dagegen als Überraschungsei, das sein Vorarbeiter und er sich ins Nest gelegt hatten. „Aus der Distanz sah der Aufstieg sehr souverän aus.” Doch aus der Nähe fand das Gespann eine Mannschaft vor, „die fast nur Fußball spielen will. Aber es gibt eben auch Defensivarbeit.

Doch es gab nur das Spiel nach vorn. Ging der Ball verloren, schaute man sich an und fragte sich: Was nun?” Auch der vermeintlich gute Zusammenhalt war in seinen Augen eher kontraproduktiv. „Man kann sich nicht nur immer gern haben.” Die Stachel fehlten ihm, das sich aneinander Reiben und Konkurrieren.

„Der Prozess hier dauert deshalb länger als in Nürnberg.” Inzwischen aber sieht er die Gladbacher Mannschaft auf einem guten Weg, „aber noch nicht bei 100 Prozent”. Auch weil man die schmerzhafte Erkenntnis umsetzte, das Ziel Klassenerhalt allein mit dem vorhandenen Kader nicht schaffen zu können. Dazu gehörte die Trennung von einigen Profis und die Verpflichtung von neuen.

Und von dieser Maßnahme lässt sich auch seine Definition von den notwendigen Qualitäten eines Cheftrainers ableiten. „Man muss auch weh tun können.” Zum Wohle des Klubs und zur Wahrung des sportlichen Ziels. Und in der Konsequenz und den Ansprüchen an seine Profis ist Raab sehr nahe an seinem „Vorgesetzten”. „Ich kann nicht verstehen, wenn ein Spieler Reha-Maßnahmen nicht ernst nimmt, nicht die nötige Disziplin zeigt und entsprechend für seinen Beruf lebt.”

Aus dieser Seelenverwandtschaft ergibt sich allerdings ein Problem: Allein vom Naturell schon ist Raab nicht der ideale Kummerkasten für die Profis. Eine Verwöhn-Atmosphäre zu kreieren, den Puffer zu spielen zwischen Mannschaft und Chef-Trainer, ist nicht sein Ding. Das erledigt im Trainer-Dreigestirn Manni Stefes, „der ist noch ruhiger als ich”. Schon in Nürnberg hat man Raab als Mini-Meyer empfunden, die Spieler hatten Vorbehalte, sich ihm zu öffnen. Das hat auch der 49-Jährige erkannt und will an sich arbeiten. Aller natur(ell)gegebenen Distanz zum Trotz.

„Ich muss das richtige Maß finden.” Ohne gleich zu weich zu sein. Denn schließlich ist nach wie vor sein Ziel, auch einmal wieder in der Verantwortung zu stehen. Hart und geradlinig wie sein Noch-Chef. Und im verstärkten Kampf um verlorene Tugenden. „Heute können viele nicht mehr die Wahrheit vertragen. Sie blocken gleich ab und sind beleidigt, anstatt einmal ein paar Sekunden zu überlegen und das Gesagte sacken zu lassen.” Das Manko aber besitzen nicht nur Fußball-Spieler. Auch Funktionäre, „normale” Menschen - und Trainer.

In Düsseldorf gegen Bayer mit Heimgeschmäckle

Borussia erhält für seine Fans für das letzte Auswärtsspiel der Saison am 16. Mai in der Düsseldorfer LTU-Arena gegen Bayer Leverkusen ein Kontingent von 10.000 Tickets. Dieses verdoppelte Kontingent ist ausschließlich über Borussia zu beziehen, und das bereits ab vier Wochen vor der Partie statt der üblichen drei.

Am 22. April beginnt der freie Vorverkauf, am 20. und 21. April haben Vereinsmitglieder und Mitglieder des Fanprojektes die Möglichkeit, zwei Tickets per Vorkaufsrecht über die bekannten Vertriebswege zu erwerben.