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Andreas Rettig: Der etwas andere Manager

Andreas Rettig: Der etwas andere Manager

Andreas Rettig fehlt die Abgezockheit. Der 40-jährige Manager des 1. FC Köln zeigt Gefühle, er ist ein Emotionsmensch.

Er leidet und - die Anlässe sind selten genug - freut sich öffentlich statt im Verborgenen. Nähert man sich dem Menschen, stellt man nach 22 Monaten als FC-Manager zwar Veränderungen fest.

Diese Veränderungen sind aber immer Reaktionen auf aktuelle Ereignisse, keine, die (bislang) den Charakter des Menschen verändert haben.

Der „Bruderkuss” zum Beispiel, den er Friedhelm Funkel nach dem 1:0 über den SC Freiburg ins Gesicht drückte - eine Reaktion, eine Emotion.

Die Bedrücktheit dann am 30. Oktober, als er die Trennung von Funkel verkündete, war keine scheinheilige Trauer. Sie war echt - eine Reaktion nach einem ausführlichen Gespräch zwischen Präsident, Trainer und eben Manager.

Ein Rausschmiss zwar, aber ein zumindest würdiger. Marcel Koller kam, Rettigs Wunschtrainer. Mit bislang nur bescheidenem Erfolg.

An seiner und der Verpflichtung von Spielern wie Jörg Heinrich, Mustafa Dogan, Sebastian Schindzielorz, Marius Ebbers, Stefan Wessels, Andrej Voronin und Tomasz Klos und an der Zielsetzung Klassenerhalt muss sich Rettig am Ende messen lassen.

Und dazu ist Andreas Rettig bereit. Was er auf der letzten Mitgliederversammlung Ende November beweisen konnte.

In der Aussprache über die sportliche Situation sprach er offen und taktisch geschickt die allgemeine Lage beim damaligen Tabellenletzten an. Womit er eine befürchteten Aufstand der Fans schon im Keim erstickte.