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„Als Torwart ist man stets der Dumme”

„Als Torwart ist man stets der Dumme”

Aachen. Wie guckt eigentlich ein Bundesliga-Manager und früherer Profi die Fußball-WM? „Naja, meistens hier”, sagt Jörg Schmadtke, Alemannias Sportdirektor, in seinem Büro am Tivoli, arbeitsbegleitend.

„Ich ... puuh, jetzt, drin. Neiiin!” Schmadtke wird gleich eruptiv. Von wegen Mr. Cool, wie er allenthalben heißt. Die erste Chance vertan im Spiel Australien - Japan. „Die gehen es beide offen an, das will man doch sehen.”

Fiebert da der schiere Fan mit in Jeans und Stoffturnschühchen, lässig hingelümmelt, die Literflasche Wasser in der Hand? „Naja, zuerst ist da das Interesse am Fußball. Wenn kein Termin ist, gucke ich weitgehend alles. Abends auch mit Freunden zu Hause.” In Biergärten? „Nö, zu viele Leute.” 1998 in Frankreich war das anders: „Urlaub mit Kumpels. Da haben wir immer ein paar Büchsen Bier gekauft und dann vor die Leinwände. Das war toll.” Ein Australier bekommt den Ball ins Gesicht, krachend: „Puuuh, voll in die Fresse. Aber es ist ja fürs Vaterland.”

Lieblings-Team? „Wir” oder „Deutschland” fällt explizit nicht. „Brasilien sieht jeder gern. Argentinien hat eine gute Symbiose zwischen Spielkultur und diesem giftigen Ackern.” Favorit? „Keine Ahnung, wirklich. Ein Spiel, und alles kann sich ändern.” Und die Deutschen? „Die Innenverteidigung steht zu offensiv. Das ist lebensgefährlich.” Jahrelang hatte der deutsche Fußball das altbackene Gegenteil gemacht: mit Libero, Absicherung weit hinten. Wir einigen uns auf „Kompensation durch Übermodernität”. Schmadt ke schalklächelt: „Sehr gut, das isses.” Dann sagt er Dinge zur deutschen Elf, die nicht zitiert werden sollen.