Aachen: Alemannia vor dem West-Derby: „Man hat immer eine Chance”

Aachen: Alemannia vor dem West-Derby: „Man hat immer eine Chance”

In seiner langen Karriere hat Friedhelm Funkel zum Beispiel diesen Spruch im Schatzkästlein der Fußball-Weisheiten hinterlegt: „Wer jetzt noch träumt, ist ein Träumer.” Das ist bis heute eine glasklare, unwiderlegte Botschaft für alle, die sich gerade in einer sportlich misslichen Situation befinden.

Funkel hat nun auch dieses gesagt: „Wenn wir nach der Tabellensituation gehen, dann haben wir keine Chance. Aber man hat immer eine Chance.” Weil der Fußball eben nicht so funktioniert, dass der Aufstiegskandidat zwingend den Abstiegskandidaten besiegt. Und so hat auch Alemannia Aachen noch nicht verloren im ersten Montag-Spiel der Saison, das kein Montags-Spiel werden soll, am 27. Februar (20.15 Uhr) bei Fortuna Düsseldorf. Funkel, der Cheftrainer: „Wir wollen die große Herausforderung annehmen.” Und sie möglichst auch bestehen.

Beste Serie seit dem Aufstieg

Seit sieben Spielen nun ist Alemannia ungeschlagen und damit die stabilste Mannschaft im Abstiegs-Siebenkampf. Solch eine feine Serie hatten die Schwarz-Gelben zuletzt vor sechs Jahren hingelegt, als die Saison mit dem Eintritt in die Bundesliga endete.

Dennoch: „Zu 100 Prozent zufrieden sind wir damit nicht”, Funkels Team spielt ein bisschen zu viel Unentschieden, kommt deshalb nicht so recht vom Fleck weg und liegt nur einen Punkt vor einem direkten Abstiegsrang. „Wir hätten nicht nur zwei, sondern mindestens vier Spiele gewinnen müssen” seit jenem skurrilen 3:4 bei Eintracht Frankfurt am 20. November.

Der Coach sagt es seit Wochen: „Es wird bis zum Ende eng bleiben.” Viele direkte Duelle unter den gefährdeten Mannschaften folgen noch, „und so lange keiner drei Spiele in Folge gewinnt, ändert sich an der Situation nichts”.

Erst mal Fortuna: Es ist der Auftakt einer Trilogie, SC Paderborn und SpVgg Greuther Fürth heißen Alemannias nächste Gegner aus der Spitzengruppe. „Wir dürfen uns nicht verstecken”, propagiert Friedhelm Funkel. „Aber wir müssen versuchen, die Räume eng zu machen” gegen Düsseldorfs „unglaublich gefährliche Offensive” mit Rösler, Beister, Bröker (der allerdings gegen Ilsö um seinen Platz bangen muss) und dem immer wieder aufrückenden Kapitän Lambertz. „Ich rechne mit einer sehr aggressiven Fortuna.”

Odonkor und Stehle wieder dabei

Bereits am Sonntagnachmittag reiste Alemannia in Düsseldorf an. „Ich fahre immer gerne einen Tag vorher”, sagt Funkel, „da kann man sich in Ruhe vorbereiten und noch das eine oder andere Gespräch führen.”

Keine Unterredungen wird es mit Marco Stiepermann - der seine Einwechslung zuletzt gegen Hansa Rostock als Chance zur Eigenwerbung ausließ - und Mirko Casper geben, die aus dem Kader raus rotieren. Dafür gehören David Odonkor und Thomas Stehle wieder zum Ensemble. Funkel: „Ich will nicht immer die gleichen Zwei zuhause lassen, am liebsten alle 18 gesunden Feldspieler mitnehmen.”

Zum 50. Mal treten Fortuna und Alemannia am Montag um Punkte gegeneinander an. Der letzte Aachener Sieg liegt fast 23 Jahre zurück, Peter Sendscheid und Günter Delzepich hießen die Torschützen zum 2:1. Ein gewisser Jörg Schmadtke parierte noch einen Foulelfmeter von Andreas Brandts.