Aachen: Alemannia: Unter Funkel will Streit wieder Fuß fassen

Aachen: Alemannia: Unter Funkel will Streit wieder Fuß fassen

Nach rund einer Stunde war die erste Schicht des Jahres geschoben. Gut, Seyi Olajengbesi (Oberschenkelprobleme) musste ebenso kurzfristig passen wie Bilal Cubukcu (Magen-Darm), und Anouar Hadouir folgte der Empfehlung des Reha-Zentrums in Kerkrade, noch die letzten zwei Tage der Maßnahme zu absolvieren.

Es blieben dennoch stattliche 25 Mann, die sich auf dem Hallenfeld im Sportpark Kohlscheid knubbelten, 24 alte Bekannte und einer, den sie noch kennenlernen sollen.

Albert Streit war angekommen, Alemannia Aachens prominenter Winter-Zugang, und Chefcoach Friedhelm Funkel stellte fest: „Man hat gleich die Spielfreude gesehen. Und er ist körperlich in einem ordentlichen Zustand.” Auf Streit ruhen große Hoffnungen, er soll dem gefährdeten Fußball-Zweitligisten ein bisschen mehr Kreativität einhauchen - und spielte in dieser Sache Freitagabend beim Hallenturnier in Frankfurt/Main vor.

Streit und seine Kollegen benötigten Zeit, um ihre Qualitäten auszuspielen. Gegen den Drittligisten Kickers Offenbach kassierte man eine 1:2-Niederlage (Torschütze für Alemannia Timo Achenbach). In der zweiten Begegnung gegen den Liga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt steigerten sich die Aachener gewaltig, spielten nun wesentlich aggressiver. Nachdem Marco Stiepermann die Führung der Eintracht ausgeglichen hatte, sicherte U 23-Spieler Andreas Korte mit einem fulminanten Schuss zum 2:1 den Einzug ins Halbfinale.

Dort besiegten die Schwarz-Gelben den FSV Frankfurt in einer packenden Partie 5:4. Im Finale folgte dann die Krönung: Der Zweitligist besiegte den Bundesligisten 1899 Hoffenheim mit 5:4 - und Albert Streits erster Titel im Alemannia-Trikot war perfekt.

Der 31-Jährige hat einiges aufzuholen, auch wenn er „privat viel trainiert” habe und sich „in einer guten Verfassung” fühle. Der letzte Wettkampf datiert vom 5. November 2010, beim 0:1 der Schalker Regionalliga-Mannschaft in Lotte. Seitdem lag der rechte Mittelfeldspieler auf Eis, die zerrüttete Ehe mit den „Königsblauen” wurde erst gegen Ende des letzten Jahres offiziell geschieden.

Nun also Alemannia: „Es reizt mich, wieder Fußball zu spielen und unter meinem alten Trainer wieder Fuß zu fassen. Das ist eine Riesenchance, dafür werde ich alles geben.” Ohne Friedhelm Funkel wäre Streit kaum am Tivoli gelandet. „90 Prozent” Anteil habe der Coach. „Ich hatte ja fast abgeschlossen mit Fußball”, sagt der 31-Jährige.

„Aber nachdem Friedhelm Funkel angerufen hatte und nach unserem Treffen war klar, dass ich weitermache.” Die Fans mögen ihn doch bitte jetzt „danach beurteilen, was auf dem Platz ist”, nicht auf Grund seines Rufes. „Da sind viele Unwahrheiten geschrieben worden, Blödsinn.”

Nach Stand der Dinge wird Streit der einzige Winter-Zugang bleiben. „Natürlich will ein Trainer immer neue Spieler haben”, sagt Funkel. „Aber im Moment haben wir keinen auf der Liste stehen. Das müsste dann schon ein ähnlicher Glücksfall wie bei Albert Streit sein.”

Bis zum Trainingslager in Side (15. bis 23. Januar) kündigt der Cheftrainer Arbeit „im Ausdauerbereich” an, „wenn auch nicht ganz so intensiv wie in einer Sommer-Vorbereitung. Zwischendurch immer wieder Spielformen. Der Test nächsten Freitag gegen den 1. FC Köln ist für mich nicht ganz so wichtig.”

Der Feinschliff folgt in der Türkei mit drei Partien im Zwei-Tage-Rhythmus gegen Aue, Innsbruck und Bochum. Manager Erik Meijer: „Das war der Wunsch des Trainers - spielen, spielen, spielen.”

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