1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Aachen: Alemannia muss den Etat verringern

Aachen : Alemannia muss den Etat verringern

Die Vorfreude steigt, sagt Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Am Wochenende sollen die Spaten herausgeholt werden. Ein symbolischer Akt für den neuen Tivoli, der mitsamt Namen umziehen soll.

Am Dienstag verhandelte Kraemer wieder mal mit der Stadt. Finanz und Betrieb des neuen Parkhauses müssen noch abschließend geklärt werden. Auf der Zielgeraden für das 50-Millionen-Projekt sind ein paar unerwartete Schwierigkeiten aufgetaucht.

Ein Pächter der abrissbereiten Tennishalle musste noch zum Auszug „überredet” werden, plötzlich war auch die Finanzierung des Parkhauses unklar. Der Klub ging nach Eigenauskunft immer davon aus, dass die Tiefgarage von der Aachener Parkhaus GmbH (Apag) betrieben werde.

Deren Aufsichtsrat wird am Donnerstag darüber befinden, ob sich das Vorhaben tatsächlich „kostenneutral” für den Klub umsetzen lässt.

Die letzten Hürden seien zu nehmen, sagt Kraemer. Und auch die Finanzierung stehe, was von Seiten der Politik schon mal angezweifelt wurde. „Wir sind aus heutiger Sicht in der Lage zu bauen.”

Der Vertrag mit einer Bank für die Fremdkapitalisierung in zweistelliger Millionenhöhe sei ausgehandelt. Bei anderen Finanzbausteinen bestehe noch ein Spielraum, um die Konditionen zu optimieren, sagt Kraemer.

Aber Finanzprobleme, wie sie auch von Funktionären gesehen werden? Nein, sagt Kraemer: „Da muss ich vehement widersprechen. Wir arbeiten absolut seriös.”

Geht Schmadtke nach Köln?

Neben der Großbaustelle an der Krefelder Straße könnte sich noch eine zweite Baustelle auf der Geschäftsstelle auftun. Eine am Ort erscheinende Zeitung meldete gestern in Köln, dass beim neuen Bundesligisten demnächst das Duo Volker Finke und Jörg Schmadtke das Abenteuer angehen könnte. „Das brauche ich nicht zu kommentieren”, reagierte Aachens Manager Jörg Schmadtke stereotyp.

Aber wie groß ist der Spaßfaktor für den 44-Jährigen in Aachen noch? Vor Wochen wurde er wieder mal im Aufsichtsrat auf den heißen Stuhl gesetzt. Die Herren wollten wissen, ob nun der nächste Abstieg drohe.

Schmadtke soll nicht zum ersten Mal den Rückhalt der Aufsichtsbehörde vermisst haben. Entnervt und enttäuscht habe er überlegt, seinen bis 2009 laufenden Vertrag vorzeitig zu kündigen, berichten Mitarbeiter.

„Die Großwetterlage war damals nicht besonders angenehm”, sagt ein Kollege. Inzwischen sind die größten Wolken wohl vorerst verzogen, Schmadtke bleibt und puzzelt den Kader 2008/09 zusammen.

Der Gesamtetat ist verringert worden, in der laufenden Saison betrug er rund 19 Millionen Euro, für die folgende Spielzeit wurden im Lizenzierungsverfahren 17 Millionen Euro angegeben.

Die Reduzierung erklärt Kraemer mit geringeren Einnahmen im TV-Ranking nach dem Bundesliga-Abstieg und fehlenden „Einmal-Effekten” wie Transfererlöse. Vor einem Jahr verkaufte Aachen Jan Schlaudraff und Vedad Ibisevic für insgesamt 2,2 Millionen Euro.

Als Zuschauerschnitt hat der Klub beim Dachverband erneut 16.000 Tivoli-Pilger angegeben. „Aber vielleicht kommen in der Abschiedssaison vom alten Tivoli noch ein paar mehr”, hofft Alemannias rühriger Geschäftsführer.

Wie sich die Reduzierung des Gesamtetats auf den Sportetat auswirkt, will Kraemer nicht sagen. Nur so viel: „Der Sportbereich ist nicht über Gebühr belastet worden.” Vermutlich ändern sich die Kennzahlen in den nächsten Tagen noch einmal, wenn das abschließende TV-Ranking für die Saison feststeht.

Zuletzt hatte Schmadtke betont, dass er keine Ablösesummen zahlen könne. Konkreter wollte auch er nicht werden. „Es ist Usus, dass ich die Zahlen des Vereins bekomme. Mit denen agiere ich, aber ich bewerte oder kommentiere das nicht.” Zumindest scheint sein größter Ärger verflogen, intensiv bastelt er am Team 2008.

Gegen Ende der Woche will Kraemer Stellung beziehen zur Tivoli-Finanzierung - vor dem lange ersehnten Spatenstich. „Gehen sie davon aus, dass wir das, was wir bauen, auch finanzieren können.”