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Aachen: Alemannia gegen Babelsberg: Ohne Tempo und ohne Ideen

Aachen : Alemannia gegen Babelsberg: Ohne Tempo und ohne Ideen

Die Talfahrt geht weiter, und es waren denkwürdige Umstände, die Alemannia Aachens 0:1-Niederlage beim SV Babelsberg begleiteten. Seit sechs Spielen sind die Schwarz-Gelben jetzt ohne Sieg, nur zwei Punkte haben sie in diesem Zeitraum geholt, der neue Trainer Rene van Eck verlor auch seine zweite Partie. Und zwei Spieler.

Marcel Heller sah in der 84. Minute wegen Nachtretens die Rote Karte, nach dem Schlusspfiff erhielt Kapitän Albert Streit nach einem Wortgefecht mit Schiedsrichter Arne Aarnink Gelb-Rot. Dabei soll der Disput vom Unparteiischen ausgegangen sein. „Er hat Albert beleidigt”, sagte van Eck. Mit welchen Worten, „das bleibt unter uns”.

Auch im Alemannia-Fanblock war die Stimmung aufgeheizt. Die Mannschaft wurde beschimpft, zog sich dann zunächst in die Kabine zurück - und wurde von Manager Uwe Scherr erneut herauszitiert, um sich zu stellen. Eine Gruppe des Aachener Anhangs stürmte unterdessen aus dem Stadion, Ordnungskräfte und Polizei wurden auf den Plan gerufen.

Alemannias Leistung vor 2833 Zuschauern mochte Christian Weber „nicht als Offenbarungseid” bezeichnen. „Aber wenn du nach zehn Spielen nur zehn Punkte hast, ist das natürlich eine Qualitätsfrage. Wir haben Qualität, aber wir bringen sie nicht auf den Platz.”

Auch in seiner zweiten Start-Aufstellung hatte Rene van Eck eine Überraschung parat. Dass Kristoffer Andersen (im zentralen Mittelfeld) nach wochenlanger Verletzungspause (für Timo Brauer) zurückkehren würde, war angekündigt. In der Innenverteidigung rotierte Thomas Stehle raus und Seyi Olajengbesi rein. Doch keiner hatte Dario Schumacher auf dem Zettel: Eine Woche nach Robert Leipertz, der diesmal auf der Bank saß, gab ein weiterer letztjähriger A-Junior sein Debüt zum Anpfiff eines Drittliga-Spiels.

Und schon in seiner achten Profi-Minute meldete Schumacher vom rechten Flügel die Gäste im Karl-Liebknecht-Stadion mit einem Schuss an, den Babelsbergs Keeper Frederic Löhe entschärfte. Von einer Hoheit über das Spiel war Alemannia jedoch weit entfernt. Kaum flüssige Angriffs-Aktionen brachten die Schwarz-Gelben zustande, von einer Struktur war wenig zu erkennen, und wenn es bei den Potsdamern mal schnell ging, war gleich Gefahr in Verzug.

Ex-Alemanne Lennart Hartmann (16.) prüfte Tim Krumpen, Oliver Kragl (22.) verzog knapp. Aachen lebte in der Offensive ausschließlich von den Ideen des Kapitäns Albert Streit, der für Olajengbesi auflegte (25., Schuss geblockt) und Marcel Heller auf die Reise schickte (38.) - das Solo des diesmal linken Flügelspielers verendete nach einem Solo kümmerlich in den Fängen von Löhe. Und nach 43 Minuten lag Alemannia wieder mal zurück: Nach einem Kragl-Schuss prallte der Ball von Krumpens Brust, Oliver Heil staubte ab.

Was die Schwarz-Gelben auch in der zweiten Halbzeit anboten, war nicht dazu geeignet, um „in ruhigeres Fahrwasser zu kommen”, wie Christian Weber es vor dem Spiel ausgedrückt hatte. Ohne Tempo und einfallslos - die Mannschaft machte nicht den Eindruck, sich mit aller Macht gegen die nächste Pleite zu wehren. Auch wenn van Eck erkannt haben wollte: „Die Mannschaft hat alles versucht.”

Babelsberg hatte relativ leichtes Spiel. Den (unverdienten) Ausgleich hätten die Gastgeber neun Minuten vor Schluss beinahe selber erzielt, als Matthias Kühne seinen Keeper mit einem Kopfball überraschte. Und dann wuchtete Löhe noch einen Schuss von Streit über die Latte - als Alemannia die Brechstange ausgepackt hatte und Olajengbesi Stürmer spielte. Es nutzte nichts mehr. Die Zeiten am Tivoli werden immer ungemütlicher.