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Aachen: Alemannia denkt über Rösler nach

Aachen : Alemannia denkt über Rösler nach

Übers Wochenende haben sie bei Alemannia das Geld gezählt. Die (verlängerte) Zeichnungsfrist für die Anleihe ist abgelaufen, herausgekommen ist der stolze Betrag von 4,2 Millionen Euro. Das Geld ist für Steine bestimmt, nicht für Beine. Für Beine ist auch in der Winterpause wenig Verfügungsmasse vorhanden. Jörg Schmadtke bekommt 300.000 Euro bis zum nächsten Sommer, dafür, dass er im Urlaub ist.

Ein Nachfolger wird vermutlich auch nicht ehrenamtlich unterwegs sein. Beim TV-Geld-Ranking ist die Mannschaft zurückgefallen. Und nicht zuletzt hat die Gruppe durch einen freudlosen Auftritt im Pokal einen 440.000-Euro-Scheck zerrissen.

Die Mittel sind arg überschaubar, aber der Klub hat dennoch einen Plan. Plan H wie Hoffnung. Es gibt nach Informationen dieser Zeitung Überlegungen, Sascha Rösler wieder zurückzuholen.

Der Ex-Kapitän hat nach Alemannias Abstieg beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach einen üppig dotierten Drei-Jahresvertrag unterschrieben. Im Aufstiegsjahr war er noch einer der Anführer des Zweitliga-Meisters. Inzwischen wachsen ihm Spinnweben um die Beine. Der 31-Jährige sitzt entweder auf der Bank oder der Tribüne. Auch Borussias Trainerwechsel hat seinen Stellenwert nicht verbessert.

„Ich will spielen”, sagt Rösler, der unverändert in Aachen wohnt. „Eigentlich wäre ich für Borussias Situation auch geeignet.” Der Parkplatz auf der Bank ist ungewohnt für ihn, er habe Probleme mit der Situation, sagt er. „Ich trainiere gut, sehe aber wenig Licht am Ende des Tunnels.”

Bei Borussia gibt es die Ansage, dass sich alle Spieler bis Weihnachten präsentieren können. Dann will der Klub die Weichen stellen. Nicht alle 28 Profis sollen mit in die Rückrunde gehen, dafür will Trainer Hans Meyer ein, zwei zusätzliche Verstärkungen verpflichten.

„Ich weiß nicht, wie es weitergeht”, sagt Rösler. Die Beziehung zu seinem Ex-Verein ist nie erkaltet, aber letztlich hängt auch die Idee eines möglichen Transfers signifikant vom Geld ab. Welche Ideen hat Borussia, wie sähen die Konditionen für einen Auflösungsvertrag aus? Ließe sich damit eine absehbare Gehaltseinbuße kompensieren? Und auch Röslers Ex-Trainer Michael Frontzeck, jetzt bei Arminia Bielefeld unterwegs, soll sich für den aggressiven Stürmer interessieren.

„Natürlich kann die Figur Rösler hier etwas bewegen”, sagt Erik Meijer, der in Alemannias Kompetenzteam für die sportliche Bewertung zuständig ist. „Aber er hat sich damals entschlossen, einen Schritt nach vorne zu machen. Das ist auch in Ordnung, aber schwieriger ist der Schritt zurück. Und: Wie denkt er jetzt über Aachen?”

Die Klärung der Frage steht noch aus. Sicher ist nur: „Spieler, die zu uns kommen, dürfen nichts kosten.”