Aachen: Alemannia: Daniel Engelbrecht überzeugt den Coach

Aachen: Alemannia: Daniel Engelbrecht überzeugt den Coach

Das hatte er wohl mitbekommen - die Stimmen, die sich rund um den Tivoli mehrten, als das Profi-Team nach neun Spielen immer noch mit nur einem Tor dastand. In der zweiten Mannschaft, da ist doch einer, der pausenlos trifft.

Warum spielt der nicht mal „oben”? Daniel Engelbrecht hat das nicht kirre gemacht. „Das wird schnell überbewertet”, sagt der Mittelstürmer. „Wenn man in der NRW-Liga Tore schießt, heißt das nicht, dass das auch in der Zweiten Liga schnell klappt. Das ist nicht so einfach.”

Der 21-Jährige absolvierte in Side zum vierten Mal in Folge ein Trainingslager mit den Profis von Alemannia Aachen. Erstmals dabei war der gebürtige Kölner im Sommer 2010 am Walchsee, damals auch für ihn überraschend. Die Vorbereitung bei der U 23 hatte bereits begonnen, „dann wurden drei Amateure hochgezogen” von Peter Hyballa und Eric van der Luer. Narciso Lubasa und Robert Wilschrey haben verletzungsbedingt im Lauf der Zeit den Anschluss verpasst, Daniel Engelbrecht ist permanent im Profi-Training. „Ich habe mehrere Schritte nach vorne gemacht”, sagt der 1,86 Meter große „Brecher”. „Ich denke nicht mehr so viel nach und versuche, gleich den ersten Gedanken umzusetzen.” Ruhiger am Ball sei er geworden, nicht mehr so hektisch. Da will er doch lieber „den Gegner nerven”.

Seit seinem Wechsel von Bayer Leverkusens U 19 an den Tivoli vor zweieinhalb Jahren hat Daniel Engelbrecht in 73 NRW-Liga-Spielen satte 48 Mal getroffen. „Der weiß schon, wo das Tor steht”, sagt Erik Meijer. Und weil der Kasten sich in der Zweiten Liga nicht an einer anderen Stelle befindet als in der Fünften, hofft der Alemannia-Manager auf den nächsten Schritt des Goalgetters. Sein Schuss gilt als der härteste eines Alemannen seit Günter Delzepich („Den kenne ich nicht”), Engelbrecht bezeichnet diese Gabe selbst als „gute Waffe”. Und es gibt eine zweite: „Ich war mir früher nicht darüber bewusst, dass auch mein Körper eine gute Waffe sein kann.”

Während der Vorbereitung in der Türkei machte Daniel Engelbrecht gleich im ersten Test gegen Aue zwei Tor-Einträge, insgesamt „ist die Woche für mich sehr gut gelaufen”. Das höhere Tempo bei den Profis, die geringere Fehlerquote, die schnellere Bestrafung durch den Gegner - „Engel” fühlt sich dem gewachsen, um den Sprung über drei Klassen zu vollenden. Rund 15 Mal bereits gehörte der beidfüßig schießende Angreifer zum Aachener Zweitliga-Kader, Funkel berief ihn gegen Ingolstadt erstmals in den Kreis. „Als Belohnung für meine Leistungen bei den Amateuren. Der Trainer hat mir gesagt, ich solle so weitermachen und weiterarbeiten.”

„Daniel ist lernwillig. Er hört zu und versucht das umzusetzen. Und die Belastungen während des Trainingslagers hat er gut weggesteckt”, sagt Funkel. „Das hätte ich so nicht gedacht.” Fußballerisch müsse er sich verbessern, „aber der Junge macht Spaß. Wir sind auf einem guten Weg mit ihm.”

Engelbrecht ist nicht wieder „runtergeschickt worden” wie andere, sogar mit Profiverträgen ausgestattete Spieler. „Ich denke, Friedhelm Funkel hätte mich auch nicht mitgenommen nach Side, wenn er nichts von mir halten würde.” Nach den Schnupperkursen auf der Zweitliga-Ersatzbank hofft Engelbrecht nun, „dass ich bis zum Ende der Saison zu meinen ersten Einsätzen bei den Profis komme und mal reingeschmissen werde. Ob es so kommt, das entscheidet der Trainer. Es liegt an meiner Leistung.”

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