Aachen: Alemannia Aachen: Das Last-Minute-Team

Aachen: Alemannia Aachen: Das Last-Minute-Team

Aus aktuellem Anlass gab die Deutsche Fußball Liga am Montag einen Warnhinweis heraus: Anhänger von Alemannia Aachen werden gebeten, wirklich bis zur letzten Sekunde des Spiels im Stadion zu verweilen, denn der Zweitligist hebt sich bei seinen Auswärtspartien konsequent eine letzte Kapriole für den Zeitpunkt auf, wenn schon fast die Putzkolonnen einziehen.

Dieses 3:4 vom Wochenende bei Eintracht Frankfurt ist nur der jüngste Beleg. Beim Auswärtsspiel in Dresden fiel der Ausgleich in letzter Sekunde, in Bochum verschoss Aimen Demai zum gleichen Zeitpunkt einen Elfmeter, und beim Tabellenführer ließ sich die Mannschaft nach dem 3:3 sinnfrei auskontern, bevor sie nach einem Freistoß noch bestraft wurde.

Dieses Aachener Team kann überraschende Punkte nicht in Sicherheit bringen. Die Zahl der individuellen Missgeschicke ist so groß, dass selbst der nachsichtigste Gegner irgendwann einmal in der stets geöffneten Geschenkboutique zugreift. Selbst Pässe über zehn Meter streuten so stark, als habe die halbe Mannschaft die Kontaktlinsen vergessen. Es gibt Bilder, die einen tobenden Trainer Friedhelm Funkel nach dem 3:3 inmitten seiner feiernden Kollegen zeigen. „Zurück, zurück und konzentrieren”, bellte er in Richtung Spielfeld. Vergebens. Die Mannschaft lechzt so nach einem Erfolgserlebnis, dass sie die Sicherheitswesten nicht mehr anlegte. „Das hat dann auch etwas mit Qualität zu tun”, resümierte der 58-Jährige am Tag danach.

Ein paar Sonnenstrahlen hatte aber Funkel dennoch ausgemacht. Seine Mannschaft schießt wieder Tore, und sie verhinderte ein mögliches Schützenfest. Mindestens eine Stunde hatten die Beobachter den Eindruck, als stünden sich hier zwei Teams aus unterschiedlichen Gewichtsklassen gegenüber. Zu dürftig war die Leistung der gefährdeten Gäste. „Ich halte der Mannschaft zugute, dass sie am Ende Charakter gezeigt hat. Wenn sie so kämpft, wird sie Erfolg haben. Ich vergesse aber nicht, was vorher gewesen ist”, deutet der Trainer personelle Änderungen an. Die eingewechselten Radjabali-Fardi und Radu jedenfalls gehörten zu den besseren Verlierern.

Die DFL weiß natürlich, dass am Samstag wieder ein Auswärtsspiel ansteht. Der Vorletzte reist zum Karlsruher SC, die Ausgangslage wird nicht leichter, weil sich viele Teams stetig aus der roten Zone entfernen. Schon einmal lief Alemannia in dieser Saison im Wildparkstadion auf. Das Pokalspiel endete 1:3. Die beiden letzten Tore fielen in der 83. und 93. Minute . . .