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Mönchengladbach: Akrobat Asanin dreht Gladbach auf Siegeskurs

Mönchengladbach : Akrobat Asanin dreht Gladbach auf Siegeskurs

Matthias Sammer hat gelacht. Vor dem Spiel. 60 Minuten vor dem Anpfiff schritt Dortmunds Trainer froh gelaunt in die Kabine.

Es war das letzte Mal an diesem Abend, am Ende haben nur die Mönchengladbacher jubiliert. In einem reinen Kampfspiel gewann Gladbach mit 2:1, nutzte die Ergebnis-Vorlagen der Konkurrenz vom Samstag und darf im Abstiegskampf tief Luft holen. „Spielerisch lief nicht alles rund”, bilanzierte Trainer Holger Fach, „am Ende hat die glücklichere Mannschaft gewonnen.”

Gib dem Fußball„spiel” eine Chance: Unter diesem Motto hatte sich Holger Fach für die Nominierung von Enrico Gaede statt Milan Obradovic für den gesperrten Jeff Strasser entscheiden. Der spielstärkere Vertragsamateur erhielt als leicht vorgezogenes Mitglied der Abwehrkette den Vorzug vor dem Serben, derweil sich Peer Kluge um Tomas Rosicky kümmern durfte.

Dies war jedoch überflüssig, denn Dortmunds Spielgestalter nahm nur selten am zunächst unterhaltsamen Geschehen teil. Aber auch Kluge selbst war nicht in bestechender Form, Gaede von der ersten bis zur letzten Minute unauffällig. Folglich wurde es nur gefährlich, wenn über die Außenpositionen gespielt wurde. Dummerweise viel zu selten.

Nach zehn Minuten allerdings lehrbuchhaft, die Fans wurden mit einem wunderschön herausgespielten Treffer erwärmt. Ivo Ulich passte in den Lauf des auch von drei Dortmundern nicht zu stoppenden Korzynietz, dessen genauen Rückpass Igor Demo gezielt ins Tor schob (10.). „Dämlich” fand Sammer das Verhalten des ausgespielten Sebastian Kehl.

Was für ein Tor, jubelten dagegen die Gladbacher Fans! Dachten auch die Abwehrspieler und ignorierten nach dem Wiederanstoß Jan Koller, der nach David Odonkors Flanke aus sechs Metern freistehend einköpfen durfte. „Da haben wir viel zu lange gejubelt”, ärgerte sich Fach.

Gab es vor dem Seitenwechsel beiderseits noch die eine oder andere fußballerische Feinkost zu sehen, so dominierte in den zweiten 45 Minuten Kampf und Krampf. Und die Gäste hatten zunächst die besseren Chancen.

Gambino scheiterte zweimal am glänzend reagierenden Jörg Stiel (65., 78.), während bei den Gastgebern allein van Hout per Kopf nach Korzynietz Freistoß Torgefahr entwickelte. Doch der Pfosten stand im Weg (72.). Kampf, Krampf, Nickligkeiten, es war nicht mehr schön am Bökelberg. Bis Sladan Asanin demonstrierte, dass er in einem früheren Leben vielleicht einmal Akrobat war.

Artistisch drehte er sich in Korzynietz Freistoß und beförderte das Spielgerät per Kopf ins Tor (83.). Welch ein Treffer! Dachten diesmal die Dortmunder und tobten. Berechtigterweise, denn die Aktion von Torwart Roman Weidenfeller, die zum Freistoß führte, war kein Foul an Vaclav Sverkos. Bernd Korzynietz, an beiden Treffern beteiligt und einer der Besten („Ich hatte ja auch einiges gutzumachen”), wars egal, genauso Arie van Lent: „Wir wollten unbedingt die drei Punkte, wir haben sie und das tut gut.”

Matthias Sammer hat am Ende nicht mehr gelacht. Und zum aus seiner Sicht schlechten Schluss die Diskussion vom Zaun gebrochen, dass Freistöße bitteschön auch da ausgeführt werden sollten, wo sie verursacht wurden. Satte „zehn Meter” hätte sich Korzynietz den Ball zu weit vorgelegt. „Für sie sind das vielleicht Kleinigkeiten, für mich ist so was entscheidend”, bemerkte der Coach schnippisch.

Eigentlich überflüssig, denn nach dem ultimativen Rauswurf von Huub Stevens bei Hertha BSC ist Sammer doch ganz unangefochten die Nr. 1 im Jammer-Wettbewerb der Bundesliga-Trainer.