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Verviers: Aachen schlägt Belgiens Meister mit 1:0

Verviers : Aachen schlägt Belgiens Meister mit 1:0

Das Trainingslager in Bitburg ist beendet, in Verviers hat Alemannia Aachen den belgischen Meister RSC Anderlecht am Mittwochabend mit 1:0 besiegt. Am Wochenende bestreiten die Anderlechter den Supercup gegen Pokalsieger Brügge. Das Team ist also ein ernsthafter Prüfstein für das Fazit, das Aachens Trainer Guido Buchwald nach einer Woche intensiver Arbeit zog.

Offensive: „Der kurzfristige Ausfall von Lubos Pecka hat gezeigt, dass wir dort Prioritäten setzen und den Kader ergänzen müssen.”

Szilard Nemeth spielte gegen Anderlecht hervorragend die zentrale Anspielstation, der Slowake überzeugte durch schnelle Auffassungsgabe, Spiel in die Tiefe, Abtropfer. Braucht für seine Aktionen wenig Raum und verwandelte in der 26. Minute nach einem Fehler des RSC das Zuspiel von Laurentiu Reghecampf zum 1:0.

Ein gedanklich und körperlich schnellerer Spielpartner würde seinen Wert noch steigern. Für Gefahr sorgte der eingewechselte Jerome Polenz, der sich in der 60. schön bis zur Grundlinie durchtankte. Seine Flanke setzte Nemeth per Kopf gegen die Laufrichtung des Torwarts knapp daneben. U23-Stürmer Emil Miljkovic kann mittelfristig eine Alternative werden.

Spritzigkeit, Schnelligkeit: „Wir stehen jetzt bei 80 Prozent dessen, was ich zu Saisonbeginn erreichen möchte. Wir haben unsere Ziele erreicht, es gab keine Störfaktoren.”

Alemannias Abräumer-Paar Lagerblom und Lehmann werden voraussichtlich den Kilometerfresser-Preis der Liga gewinnen. Vor allem Matthias Lehmann konnte sich schnell in die Offensive einbringen, während Pekka Lagerblom absicherte. Auch die Außenverteidiger Jeffrey Leiwakabessy und Thomas Stehle zeigten im Umkehrspiel offensive Qualitäten, was das Spiel für den Gegner schwerer ausrechenbar machte.

Standardsituationen: „Eine echte Waffe, wenn man über solche Schützen verfügt wie wir. Aber wir müssen noch variabler werden, wir werden ständig beobachtet.”

Im ersten Durchgang kam Aachen nur zu einem Freistoß in Strafraumnähe. Wie noch am Vormittag in Bitburg einstudiert, flankte Cristian Fiel lang von rechts auf Alex Klitzpera (2.). Die Chance machte Keeper Silvio Proto zunichte. hier spielt die Alemannia

Teamgeist:
„Die Charaktere im Team stimmen. Ich erwarte gegenseitige Achtung und Respekt.”

Stimmte im Spiel gegen den belgischen Meister. Die Verteidiger harmonierten gut, Geburtstagskind Hrvoje Vukovis bringt Sicherheit bei Kopfbällen. Torwart Kristian Nicht rettete dreimal für seine geschlagenen Vorderleute (13. und 14.), lenkte in der 63. Minute einen Schuss an das Aluminium. Leiwakabessy klärte am Pfosten (62.) für die ganze Mannschaft. Gag am Rande: Für den blutenden Polenz kam Torwart Thorsten Stuckmann als Feldspieler - die Ersatzbank war leergefegt.

Einsatz:
„Ich erwarte, dass sich meine Spieler voll engagieren und konzentrieren.”

Die ersten Minuten der Partie gegen Anderlecht brachten noch einige Abstimmungs- und Verständnisprobleme zutage, die sich mit zunehmender Spieldauer allerdings legten. Das Team von Guido Buchwald spielte ein laufintensives Pressing und musste zudem im zweiten Durchgang gegen eine „andere” Mannschaft antreten. RSC-Coach Franky Vercauteren hatte komplett durchgewechselt. Nicht dirigierte lautstark und feuerte seine Vorderleute an, fing sich in der 60. Minute allerdings eine Gelbe Karte wegen Meckerns.