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Aachen: Aachen: Probleme mit Spieler Nummer 26

Aachen : Aachen: Probleme mit Spieler Nummer 26

25 Spieler schwitzen Alemannias nächster Saison entgegen. Aber die Schlagzeilen gehören vorübergehend Spieler Nummer 26. Vielleicht ist er auch Spieler Nummer 27.

So genau weiß man das nicht, weil jener Alexander Klitzpera - ebenso wie Benjamin Weigelt - keine Rückennummer für die anstehende Spielzeit erhalten hat. Beide Spieler sollen den Verein verlassen. Aber während der Verteidiger Weigelt - im Gespräch beim FC St. Pauli - eher geräuschlos nach einer Lösung sucht, fällt der Abschied von Klitzpera umso lauter aus.

„Das ist kein Thema für die Öffentlichkeit”, sagt Jörg Schmadtke, aber auf diesem Marktplatz ist das Gerangel bereits gelandet. „Wir haben alle nicht glücklich gehandelt”, urteilt der Manager über die letzten Tage. Der gekränkte Spieler hat ein paar Doppelpässe zu viel mit den Krawallblättern gespielt. Dort hatte sich der gewissenhafte Öffentlichkeitsarbeiter über den Umgang mit ihm beklagt.

Vermutlich ist auch der Trainer übers Ziel hinaus geschossen beim Versuch, den Abschied zu forcieren. Und eine vernünftige Konfliktstrategie - Aufgabe des Managers - ist erst seit ein paar Tagen zu erkennen.

Am Dienstag haben sich die drei Parteien zusammengesetzt und ein „sehr vernünftiges Gespräch geführt”, sagt Klitzpera. Der dienstälteste Feldspieler fühlte sich nicht respektvoll behandelt, durfte zum Beispiel am Leistungstest nicht teilnehmen. Seit Dienstagnachmittag trainiert „Klitze” wieder komplett mit der Mannschaft. Ins kleine Zeltlager wird er am Donnerstag mit der Mannschaft nicht nach Holland reisen, aber „unnötige” Demütigungen sollen ausbleiben.

Erst im Frühjahr 2007 hatte Schmadtke den Vertrag mit seinem Abwehrchef um satte drei Jahre verlängert. „Damals hat ein anderes Gremium entschieden”, meint der Manager. Das neue Gremium, dem er naturgemäß auch angehört, ist, nun ja, zu einer völlig anderen Bewertung gekommen. „Es geht niemals um eine persönliche Ebene, ich habe Respekt vor diesem Spieler”, sagt Jürgen Seeberger. Ausschlaggebend für den Abschied seien allein fußballerische Aspekte.

Der Innenverteidiger werde bis zum Ende der Transferperiode, 31. August, den Verein verlassen, hofft Schmadtke. Andernfalls würde sich dann auch für Klitzpera noch eine Rückennummer finden.

Nur ist die große Nachfrage nach dem erfahrenen Zweitliga-Spieler bislang ausgeblieben. „Ich wechsele nur, wenn ich ein gleichwertiges Angebot habe”, bekräftigt Klitzpera.

Ablöse erwartet der Verein nicht mehr, es geht nur noch um einen halbwegs vernünftigen Abschied. „Das haben wir bislang bei jedem Spieler hinbekommen, zuletzt bei Reghecampf und Leiwakabessy”, erinnert Schmadtke an den Alemannia-Stil. Aber auch Reghecampf hatte sich enorm abfällig über den Trainer und wohlwollend über den Manager geäußert - obwohl beide die sportliche Entscheidung gemeinsam trugen.

Mit Wonne hat der Boulevard den Schurken im Stück ausgemacht, Seeberger als Mobber angeprangert. „Da läuft das Stück von good und von bad boy”, sagt Schmadtke. „Und das ist falsch!”