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Aachen: Aachen nach 2:3 geschockt - und die „Löwen” machen ein Fass auf

Aachen : Aachen nach 2:3 geschockt - und die „Löwen” machen ein Fass auf

Das erhoffte Traum-Debüt von Jürgen Seeberger geriet zum Alptraum eines Fußball-Trainers. Machtlos musste der neue Chefcoach von Alemannia Aachen zusehen, wie seine Mannschaft beim 2:3 (2:0) gegen 1860 München den erneuten Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals und hohe Zusatzeinnahmen verspielte.

2:0 führten die Aachener im Zweitliga-Duell am Dienstagabend gegen die „Löwen” schon, und der Cup-Finalist von 2004 wähnte sich nach Toren von Todor Kolew (10. Minute) und Marius Ebbers (40.) fast sicher in der nächsten Runde. Doch der späte Anschlusstreffer von Danny Schwarz (83.) ließ die Alemannia-Profis noch völlig einbrechen.

„Das war ein richtiger Schlag in die Fresse. Ich war mir sicher, dass nichts mehr passiert”, kommentierte Aachens Mittelfeldspieler Cristian Fiel das dramatische Geschehen nach dem 1:2. Mustafa Kucukovic (85.) und Fabian Johnson (89.) stellten die Partie vor 17.520 Fans im Tivoli-Stadion auf den Kopf. „Ich bin geschockt, mir fehlen die Worte”, sagte Emmanuel Krontiris. Spielführer Alexander Klitzpera war fassungslos, aber ehrlich: „Wir waren zu dumm.”

Seeberger, seit 1. Januar Nachfolger des entlassenen Weltmeisters Guido Buchwald, erkannte ein „Kopfproblem” und bezeichnete die turbulente Schlussphase als „fatal”. Der 42-Jährige konnte es wie seine Spieler nicht glauben: „Das 2:0 war doch eine super Ausgangsposition.” Am Ende blieben Frust und „bittere Enttäuschung. Der Gegner hatte sich doch eigentlich schon aufgegeben”, sagte Klitzpera nach dem fünften Pflichtspiel hintereinander ohne Sieg.

Münchens Trainer Marco Kurz widersprach der Klitzpera-These von der frühzeitigen Aufgabe: „Wir glauben immer an Siege und Erfolge, egal, wie lange ein Spiel dauert.” Eigene Überzeugung, unbeugsamer Wille und unerschöpfliche Kampfkraft - über die Mittel, die Kurz seinem Team attestierte, verfügte der entzauberte „Pokalschreck” Aachen diesmal nicht. Doch Kurz räumte ein, „dass es natürlich auch glücklich ist, wenn man drei Tore in dieser kurzen Zeit erzielt”.

1860-Kapitän Schwarz wollte erstmal „ein Fass aufmachen”. Nach so einem Spiel sei das erlaubt. „Es ist wahnsinnig, ein solches Ding auf dem Tivoli noch umzubiegen”, sagte Schwarz. Jetzt träumt er vom Derby gegen Rekord-Cupsieger Bayern München, womit auch dessen Manager Uli Hoeneß gut leben könnte: „Dann müssen wir nicht soweit reisen.”

„Löwen”-Manager Stefan Reuter war der nächste Gegner noch „relativ egal”. Doch ein Heimspiel soll es sein, eine TV-Partie. Vielleicht gelingt dem finanzschwachen Club dann ein weiterer Coup. Reuter: „Im Pokal ist alles möglich, da sind schon verrückte Dinge passiert.”