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Drochtersen: Zusatztribüne und Fünferkette: Drochtersen/Assel bereit für Gladbach

Drochtersen : Zusatztribüne und Fünferkette: Drochtersen/Assel bereit für Gladbach

So ein großes Fußballfest hat diese kleine Stadt noch nie erlebt: Der SV Drochtersen/Assel bestreitet am Samstag (15.30 Uhr) sein Jahrhundertspiel. Für das Regionalliga-Team aus der 11.000 Einwohner zählenden Gemeinde Drochtersen ist die DFB- Pokalpartie gegen Borussia Mönchengladbach das bis dato größte Match der Clubhistorie.

DFB-Präsident Reinhard Grindel sagte am Freitag seinen geplanten Besuch kurzfristig ab - er flog stattdessen zum Olympia-Finale nach Rio. Das beeinträchtigte die Fußball-Begeisterung im Landkreis Stade, nur 45 Kilometer von Hamburg entfernt, aber nicht.

„Wir sind gut vorbereitet”, erklärte Clubchef Rigo Gooßen. Der Steuerberater hat alles unternommen, damit die Mannschaft im heimischen Kehdinger Stadion gegen den Champions-League-Club spielen kann. Die Auflagen des DFB für die Amateurclubs im Pokal-Wettbewerb sind hoch. Für rund 75.000 Euro wurden Stahlrohrtribünen errichtet. Dadurch vergrößerte sich die Kapazität im Stadion nach Angaben des „kicker” von 2500 auf 7154 Plätze.

Auch sportlich hat sich Drochtersen/Assel einiges vorgenommen. Das Team von Trainer Enrico Maaßen stellt der Offensive des Favoriten aus der Bundesliga eine massierte Abwehr entgegen. „Mit unserer Fünferkette stehen wir tief, defensiv sind wir eine Macht”, erklärte Abwehrspieler Nikola Serra.

Die Generalprobe glückte beiden Mannschaften. Der niedersächsische Pokalsieger gewann in der Regionalliga Nord mit 1:0 bei Germania Egestorf/Langreder, die Gladbacher zeigten beim 3:1-Erfolg im Champions-League-Playoffspiel bei den Young Boys Bern gute Frühform.

Das beeindruckte auch Maaßen. „In der Offensive spielten sie mit Ibrahima Traoré, Thorgan Hazard, Raffael und André Hahn Hochgeschwindigkeitsfußball”, schwärmte der Coach der Amateure über die Borussia. Maaßen arbeitet an „einem Masterplan mit verrückten Ideen”, damit eine Sensation gelingt.

Für den Gladbacher Profi André Hahn ist das Spiel im Norden eine Rückkehr in die Heimat. Sein Geburtsort Otterndorf ist rund 50 Kilometer vom Stadion in Drochtersen entfernt. „Ich habe mich auch sehr über das Ergebnis der Auslosung gefreut. Ich weiß, dass meine Familie und viele meiner Freunde zu diesem Spiel kommen werden”, erklärte der Offensivspieler dem „Stader Tageblatt”.

(dpa)