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Leverkusen: Wie so häufig: Roel Brouwers trifft gegen Leverkusen

Leverkusen : Wie so häufig: Roel Brouwers trifft gegen Leverkusen

Wer auch immer vor langer Zeit einmal den Begriff vom „intensiven Spiel“ geprägt hat, er hätte ein Paradebeispiel sehen können am Sonntag in Leverkusen. Obwohl sowohl Bayer als auch Borussia Mönchengladbach am Mittwoch bzw. Donnerstag noch international gefordert waren, boten die beiden Spitzenteams der Fußball-Bundesliga beste Unterhaltung, Kampf und Leidenschaft, und Technik und Taktik kamen auch nicht zu kurz.

Fast logisch, dass am Ende kein Sieger den Platz verlassen hat. „Es war schwer, diesen Punkt zu erreichen, aber er war auch verdient“, urteilte Mönchengladbachs Fußball-Lehrer Lucien Favre nach 94 Minuten voller Tempo. Und auch sein Kollege Roger Schmidt bewertete das 1:1 (1:0) als „in Ordnung. Wir nehmen den Punkt so mit.“

Dabei war das Spiel der Leverkusener anfangs klar von dem Willen geprägt, drei Punkte zu verbuchen. „Sie haben extrem hoch gepresst“, sagte Lucien Favre über die intensive Anfangsphase. Die Borussen bekamen kaum Luft zum Atmen, und auch wenn sie häufig die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen konnten, fast immer landete der Ball danach bei einem Leverkusener. Diese fast schon „Harakiri-Press-Taktik“ hätten die Gladbacher jedoch nach sieben Minuten bestrafen können, als Patrick Herrmann und Max Kruse einen brillanten Konter spielten, Herrmann aber den Ball knapp neben das Tor setzte.

Knapp unter die Latte ins Tor setzte Hakan Calhanoglu einen seiner gefürchteten Distanzschüsse (18.). Stefan Kießling hatte nach Bernd Lenos Abschlag den Ball im Kopfballduell mit Tony Jantschke weitergeleitet, Alvaro Dominguez und Roel Brouwers gaben dem Edeltechniker nur Begleitschutz, und aus 20 Metern traf der 20-Jährige.

Ein haltbarer Schuss? Torwart Yann Sommer: „Für ihn war es perfekt, für mich unglücklich.“ Eine elegante Erklärung dafür, dass er ein wenig zu weit vor seinem Tor gestanden hatte...

Doch die Borussia hat ja Roel Brouwers. Der Niederländer, im Team nur weil der von seinen Muskelbeschwerden genesene Martin Stranzl mit einer Grippe flachlag, trifft ja recht häufig gegen Leverkusen. Sein 13. Liga-Treffer war bereits sein vierter gegen die Werkself. Und der fünfte hätte leicht folgen können, denn als Thorgan Hazard wieder einmal einen Standard klasse in den Strafraum geschlagen und Kruse per Kopf verlängert hatte, spitzelte Brouwers den Ball aus geschätzt 1,54 Metern übers Tor (55.). „Ich komm‘ zu weit unter den Ball“, sagt der Routinier zu dieser Szene, genau richtig traf er den Ball in der 40. Minute.

Im Stile eines Klassestürmers hämmerte er den Ball, von Ömer Toprak nach Hazards Eckball alleine gelassen, flach ins Tor. „Wir üben diese Volleys oft im Training“, sagte Brouwers lapidar. In den letzten Wochen hat der 33-Jährige als Stranzl-Vertreter mit starken Leistungen überzeugt, „egal wie, egal wo, er bringt immer seine Leistung“, sagt Sportdirektor Max Eberl, der sich wie alle anderen Beobachter schnell mit dem Punkt anfreunden konnte.

Danach hatte es 20 Minuten nicht ausgesehen, da war Leverkusen dominierend, doch mehr und mehr spielte die Borussia „mit mehr Mut nach vorne“. So hatte es Favre beobachtet, der gegenüber dem Europa-League-Spiel gegen Zürich neben Hazard (auf der Raffael-Position) und Kruse auch Julian Korb und André Hahn ins Team rotiert hatte — für Wendt, Traoré, Raffael und Hrgota. Dass die vier am Mittwoch gegen Bremen wieder spielen, ist nicht auszuschließen, der Auftritt am Sonntag hat viel Kraft gekostet. Aber Brouwers gibt die Richtung vor: „Das 1:1 ist nur ein gutes Ergebnis bei einem Dreier gegen Bremen.“

Kein Spiel für „Einzelschicksale“

Gladbachs Leverkusener Leihgabe Christoph Kramer zeigte übrigens wie alle einen leidenschaftlichen Auftritt, der vor der Partie entfachte Hype um ihn spielte am Sonntag keine Rolle. Für ein „Einzelschicksal“ war das Spitzen-Spiel einfach zu gut. Und zu intensiv. Und am Ende dann doch mit vielen Siegern: den Zuschauern.