Frankfurt/Mönchengladbach: Wie Gladbach Frankfurts Trainer zum bösen Veh machte

Frankfurt/Mönchengladbach: Wie Gladbach Frankfurts Trainer zum bösen Veh machte

Ein Trainer hat eigentlich immer recht. Wenn es der eigene ist... Diese Einschränkung bestätigte am Freitagabend Tony Jantschke. Borussia Mönchengladbachs Rechtsverteidiger gilt gemeinhin als intelligenter Spieler, sowohl fußballerisch als auch menschlich. Und so widersprach er nach dem hart erkämpften 1:0 in Frankfurt indirekt dem Fußballehrer der Eintracht. „Dass sie für ihr destruktives Spiel auch noch belohnt wurden, ärgert mich furchtbar“, grantelte Armin Veh. „Wir müssen uns für diesen Sieg nicht entschuldigen“, hielt Jantschke entgegen.

Nach der Halbzeit hatten er und seine Kollegen das Vorwärtsspiel eingestellt, doch zuvor spielte die Mannschaft von Lucien Favre keineswegs wie eine Maurer-Kolonne auf. Doch die Niederlage und vierte Nullnummer in Folge machten aus dem ehemaligen Gladbach-Profi einen „bösen Veh“.

Die erneute Pleite lastete er mehr Schiedsrichter Deniz Aytekin („Er hat immer gegen uns entschieden“) als seinen Spielern an, obwohl diese nach der Pause etliche Großchancen fahrlässig verdaddelten. Dabei erhielt Veh vom Borussen-Coach immerhin ein dickes Lob: „Mein Kollege hat seine Mannschaft nach der Einwechslung zur Pause umgestellt. Sie haben dann mit einer Raute im Mittelfeld gespielt und das sehr offensiv“, analysierte Lucien Favre. „Wir hatten dann viel Mühe, den Ball zu halten und sehr viele Ballverluste.“

Abspielfehler und Defizite bei der Ballan- und - mitnahme sind sein Lieblingsvorwurf an seine Schüler. Abwehrrecke Martin Stranzl aber gestaltete die Fußnote unter dem schlechten Halbzeitzeugnis anders. „Jeder will nach hinten arbeiten und helfen. So kam es, dass teilweise alle Mann dreißig Meter vor dem eigenen Tor sind. Wenn du dann eine Balleroberung hast, wird es natürlich schwer, weil dann eben niemand vorne ist.“

Das Lernziel des österreichischen Routiniers lautet denn nicht, sich technisch weiter zu verbessern. Der 32-Jährige fordert: „Die Aufteilung muss besser funktionieren, die zwei Offensivleute ein bisschen weiter vorne bleiben. Es ist gar nicht notwendig, dass sie so weit zurückkommen.“

Mehr Anspielstationen in der Offensive also müssen her, eines der Kardinal-Probleme der Favre-Elf, die sich nur selten traut, einmal Überzahl auch vorne statt immer nur hinten zu schaffen. Sie ist auf Risiko-Minimierung geeicht. Doch Lehrmeister Favre wird in den kommenden Wochen daran verstärkt arbeiten können. Die englischen Wochen — Europa League — sind Geschichte. Der Schweizer Tüftler bastelt an deren Wiederholung, an der Zukunft, ganz im Sinne der reiselustigen Gladbach-Fans: „Mach‘s noch einma

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