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Mönchengladbach: Wer ist Favres Mann für „doofe“ Tore?

Mönchengladbach : Wer ist Favres Mann für „doofe“ Tore?

Viktor Skripnik stellt Lucien Favre vor ein Problem. „Wir kassieren zu viele doofe Tore“, hat Bremens neuer Trainer erkannt. Wer aber ist bei Borussia Mönchengladbach zuständig für diese Art von Treffern? Die Antwort ist nicht einfach, zumal der Trainer bekanntlich gerne mit Offensiv-Spielern operiert, die sich der Kategorisierung orthodoxer Stürmer entziehen.

Sowohl Max Kruse als auch Raffael verdienen sich den Anders-Wert „Neuneinhalber“. Beide lassen sich gerne zurückfallen und tummeln sich lieber zwischen den Linien.

Ähnlich mag es auch Thorgan Hazard, wenn ihn Favre nicht auf Links, sondern in der Mitte einsetzt. Ist also Branimir Hrgota die richtige Besetzung, um Skripnik und Werder weiterhin über doofe Tore jammern zu lassen? Der 21-jährige Schwede liebt den Strafraum deutlich mehr als alle anderen Konkurrenten bzw. Offensivkollegen. Das Minus, das er im Kombinationswirbel der Gladbacher besitzt, wiegt er auf durch seine Vollstrecker-Qualität. Normalerweise aber setzt Favre vorwiegend im Europapokal auf Hrgota (8 Einsätze/8 x Startformation/8 Tore), in der Bundesliga stand er nur drei Mal in der Startelf und wartet weiterhin auf seinen ersten Treffer. Die Premiere könnte einer der Marke „doof“ sein für einen, der so gerne auch schon mal extravagant mit einem Lob trifft.

Auch die Belastungsstatistik spricht für den Schweden. Kruse und Hazard spielten am Sonntag in Leverkusen so gut wie durch, die zwei „Frischlinge“ für Bremen müssten demnach Hrgota und Raffael heißen. Einer, der ausgeruht auf dem Flügel hätte wirbeln können, wurde von einer Erkältung heimgesucht und steht auf der Kippe. Ibrahima Traoré musste mit dem Training Dienstagvormittag aussetzen.

Wenn Fußball so einfach wie manche seiner Statistiken wäre... - dann würde Favre gegen die Schießbude der Liga (34) zwingend einen Strafraumstürmer einsetzen müssen. Doch der Schweizer Coach warnt: „Sie haben als Vorletzter drei Tore mehr geschossen als wir.“ Gladbach mag es knapp — in der Bundesliga. Die 20 Tore ohne Hrgota reichen derzeit immerhin für den Champions-League-Qualifikationsspielplatz 4.

Und da das Ende der Rückrunde und die Winterpause nah sind, könnte Favre den Belastungsfaktor stärker ignorieren und neben den gesetzten Raffael seinen alten Sturmpartner Kruse oder Newcomer Hazard stellen. Der junge Belgier (21) musste eben jenen Weg über den Europapokal gehen, bis er seine Wertigkeit auch in der Bundesliga zeigen durfte und konnte. Die Leihgabe von Chelsea hat Hrgota überholt. Aus dem Schweden will nicht nur Favre mehr herauskitzeln. „Er hat tolle Veranlagungen und einen genialen linken Fuß. Aber er muss stabiler werden und noch viel mehr Läufe in die Tiefe zeigen“, fordert Sportdirektor Max Eberl. Gladbachs Fußball ist ein Mitmach-Spiel, sich nur auf Tore zu kaprizieren, reicht nicht.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt - Kramer, Xhaka - Herrmann, Hazard - Kruse, Raffael