1. Sport
  2. Fußball
  3. Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach: Wenn „Toro“ Alvaro Dominguez auf Distanz geht

Mönchengladbach : Wenn „Toro“ Alvaro Dominguez auf Distanz geht

Vielleicht sollte er sich die Haare wachsen und zum Afro-Look stylen lassen, um so sehr aufzufallen wie sein Vorgänger. Aber Alvaro Dominguez ist ein reservierter Typ, zurückhaltend und eher introvertiert — anders als Dante, der brasilianische Innenverteidiger, den der Spanier in Borussia Mönchengladbachs Innenverteidigung ersetzt.

Nüchtern betrachtet, was auch besser zu dem gebürtigen Madrider passt, hat der Spanier nach normalen Startschwierigkeiten die Lücke bestens geschlossen. Und sein sportliches Credo lautet durchaus ähnlich wie das von Dante: „Ich will den Ball haben — und dieser Gedanke macht einen schneller.“

Bildnummer: 11352325 Datum: 01.09.2012 Copyright: imago/Sven Simon Soto.A.DOMINGUEZ (MG) nach einer vergebenen Torchanche Fussball 1. Bundesliga, 2. Spieltag, Fortuna Düsseldorf (D) - Borussia Mönchengladbach (MG) 0:0 am 01.09.2012 in Düsseldorf / Deutschland. ; Fussball GER 1 BL 2012 2013 xcb x0x 2012 quer aktuellSport Mönchengladbach Düsseldorf Sports SP SPO Fussball Football Soccer Ballsport Profis Profi Profifussballer Fussballspieler Fussballbundesliga 1. Bundesliga DFL 1.Liga Erste Liga Ligaspiel Spiel Fussballspiel Frust Enttäuschung Enttäuschung enttäuscht enttäuscht quer Halbfigur Einzelbild Freisteller angeschnittenes Einzelmotiv Image number 11352325 date 01 09 2012 Copyright imago Sven Simon Soto A Dominguez MG After a awarded Torchanche Football 1 Bundesliga 2 Matchday Fortuna Dusseldorf D Borussia Moenchengladbach MG 0 0 at 01 09 2012 in Dusseldorf Germany Football ger 1 BL 2012 2013 x0x 2012 horizontal Moenchengladbach Dusseldorf Sports SP SPO Football Football Soccer Ball sports Professionals Professional Professional footballers Football players Football Bundesliga 1 Bundesliga DFL 1 League First League League game Game Football game Frustration Disappointment Disappointment disappointed disappointed horizontal Single cut out Single subject
Bildnummer: 11352325 Datum: 01.09.2012 Copyright: imago/Sven Simon Soto.A.DOMINGUEZ (MG) nach einer vergebenen Torchanche Fussball 1. Bundesliga, 2. Spieltag, Fortuna Düsseldorf (D) - Borussia Mönchengladbach (MG) 0:0 am 01.09.2012 in Düsseldorf / Deutschland. ; Fussball GER 1 BL 2012 2013 xcb x0x 2012 quer aktuellSport Mönchengladbach Düsseldorf Sports SP SPO Fussball Football Soccer Ballsport Profis Profi Profifussballer Fussballspieler Fussballbundesliga 1. Bundesliga DFL 1.Liga Erste Liga Ligaspiel Spiel Fussballspiel Frust Enttäuschung Enttäuschung enttäuscht enttäuscht quer Halbfigur Einzelbild Freisteller angeschnittenes Einzelmotiv Image number 11352325 date 01 09 2012 Copyright imago Sven Simon Soto A Dominguez MG After a awarded Torchanche Football 1 Bundesliga 2 Matchday Fortuna Dusseldorf D Borussia Moenchengladbach MG 0 0 at 01 09 2012 in Dusseldorf Germany Football ger 1 BL 2012 2013 x0x 2012 horizontal Moenchengladbach Dusseldorf Sports SP SPO Football Football Soccer Ball sports Professionals Professional Professional footballers Football players Football Bundesliga 1 Bundesliga DFL 1 League First League League game Game Football game Frustration Disappointment Disappointment disappointed disappointed horizontal Single cut out Single subject

Samstag hat er dazu erneut die Gelegenheit. Bayer Leverkusen macht seine Aufwartung, und diese anspruchsvolle Hausarbeit für die Favre-Mannschaft wird den 23-Jährigen häufig mit einem Mann namens Stefan Kießling konfrontieren. Der entspricht ganz den Erwartungen und auch jüngeren Erfahrungen des Spaniers: „In der Bundesliga sind die zentralen Stürmer meist groß und stark“, beschreibt der Verteidiger.

Der mit dem Ball tanzt: Alvaro Dominguez ist ein kopfballstarker Spieler.
Der mit dem Ball tanzt: Alvaro Dominguez ist ein kopfballstarker Spieler. Foto: imago/Team 2

„Sie kommen immer zu dir und wollen Körperkontakt.“ Das war in der spanischen Liga anders. „Dort sind sie überwiegend schnell und versuchen auf Distanz zu bleiben.“ Eigentlich mag Dominguez den Körperkontakt, mit seinen 1,89 Metern und 83 Kilo (Kießling: 1,91 m/80 kg) hat er da ja auch einiges zu bieten. Doch er geht den Bundesliga-Wuchtbrummen nicht auf den Leim. „Die wollen sich in dich reinwühlen. Das beste Gegenmittel aber ist, etwas auf Distanz zu bleiben.“ Ein halber Meter etwa genügt — um dann zu antizipieren.

Dieses Vorahnen von Situationen empfiehlt er auch Borussias Außenverteidigern. Oscar Wendt etwa bekommt es auf seiner linken Seite mit Leverkusens neuem Rechtsverteidiger Daniel Carvajal zu tun, der ein offensivstarkes Pärchen mit Gonzalo Castro bildet. „Er ist sehr schnell und liebt die Dribblings, in Spanien gibt es viele wie ihn“, beschreibt Dominguez seinen Landsmann.

Auf Sprint-Duells aber solle sich Wendt gar nicht einlassen. „Gegen Schnelle musst du schnell im Kopf sein.“ Antizipieren eben. „Oscar kann das.“ Und ebenso Martin Stranzl, der sich womöglich als Jantschke-Ersatz auf der rechten Seite mit André Schürrle rumschlagen muss, ein Duell, das was den Schnelligkeitsunterschied angeht noch krasser ausfällt. „Martin kann das sowieso mit seiner Erfahrung und seinem Fußballverstand.“

Dominguez ist wie Carvajal, der im Sommer von der zweiten Mannschaft Real Madrids zu Bayer wechselte und in Deutschland zu seinem Freund wurde, geprägt vom spanischen Fußball. Der Unterschied zur Bundesliga ist speziell für Abwehrspieler spürbar. „In Spanien stehen alle Mannschaften wesentlich höher und wollen gewinnen.“ Das mache den defensiven Job wesentlich schwieriger. „Hier bekommst du viel mehr Hilfe von deinen Kollegen.“ Risiko-Minimierung heißt die Parole.

Und auch Dominguez hat diese bereits adaptiert. Zwar weist er darauf hin, letzten Sonntag in Nürnberg zwei-, dreimal den Vorstoß Richtung gegnerischen Strafraum versucht zu haben, doch der Hintergedanke bleibt: „Ich will nicht am Gegentor schuld sein, wenn ich hängenbleibe und dann der Konter läuft.“

Die Vorliebe fürs hohe Stehen aber ist geblieben, wenn auch zur Zeit noch etwas verdeckt. „Wir werden uns dahin entwickeln, das ist ein Prozess.“ Und die schaurige Defensivhaltung in den Heimspielen gegen Mainz und Freiburg entschuldigt er durch die Belastung in der Europa League. „Wir hatten nur zwei Tage zur Regeneration, das war zu wenig. Und wenn du weißt, dass du körperlich nicht bei 100 Prozent bist, musst du intelligent verteidigen.“

In Spanien wäre das wohl unmöglich. „Da kannst du für einen Rückpass zum Torhüter bereits in der 20. Minute ausgepfiffen werden.“ Generell sei der Druck auf die Spieler wesentlich höher. Auch einer der Gründe, warum er von Atletico Madrid zu Borussia wechselte. „Wen die Fans nicht mochten, den haben sie gnadenlos ausgepfiffen. Das hat mir sehr weh getan, das waren schließlich meine Kollegen.“ Deshalb sei er auch verblüfft gewesen, als im Spiel gegen Wolfsburg sich einige seiner Mitspieler in der Kabine geschockt über vereinzelte Pfiffe unterhalten hätten. „Ich habe ihnen nur gesagt: Das war doch gar nichts!“

Problematisch war es auch, sich öffentlich in der Stadt zu zeigen. „Da fehlt einfach der Respekt vor den Spielern. Hier hast du deine Ruhe.“ Hauptgrund für seinen Wechsel aber war der Wunsch nach neuen Zielen. Das überraschte und schockte seinen Atletico-Präsidenten, den er zwei Monate bearbeiten musste, bevor dieser nachgab. Immerhin war Dominguez trotz seiner damals 22 Jahre Kapitän und Leistungsträger. „Aber ich bin im Mai geboren, toro — ein Stier: Das ist bei manchen Dingen nicht so gut, bei anderen aber ein großer Vorteil.“

Umweg über den Niederrhein

Diese Hartnäckigkeit könnte auch seiner Nationalmannschaftskarriere förderlich sein. Zwei Mal spielte er bereits unter Vicente de Bosque für Spanien — als er noch für Atletico auflief. Seit dem Wechsel wurde er nicht mehr eingeladen. „Hineinkommen ist nicht so schwierig, aber drin bleiben. Man sich nur mal die Namen anschauen . . .“ Sein Traum ist nur verschoben: „Manchmal muss man einen Umweg nehmen, um ans Ziel zu kommen.“ Über den Niederrhein zum Beispiel.