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Mönchengladbach: Wenn Schubert lächelt: Entnervt vom Thema Auswärtsschwäche

Mönchengladbach : Wenn Schubert lächelt: Entnervt vom Thema Auswärtsschwäche

Und sie fand doch statt: Eigentlich hätte man sich die Pressekonferenz am Donnerstag in Mönchengladbach schenken können — Borussia spielt am Samstag zu Hause. Und da pflegt der Fußball-Bundesligist notorisch zu gewinnen. Probleme bereiten — mal wieder — die Auswärtsauftritte, wie zuletzt auf Schalke (0:4).

André Schubert wäre mit einem Ausfall sicherlich einverstanden gewesen. Generell, weil er dann nur noch halb so viele Fragen beantworten und seine Gesichtsmuskeln nicht derartig überstrapazieren müsste. Jedes Mal signalisiert der 45-jährige Fußballlehrer mit einem Grinsen, dass die verbalisierten Gedankengänge des jeweiligen Journalisten überflüssig und wenn nicht gänzlich falsch, dann zumindest äußerst schräg sind.

Speziell aber, da er am Donnerstag gezwungen war, die Gladbacher Malaise in der Fremde zu analysieren, obwohl doch ein Heimspiel gegen den Hamburger SV ansteht. Obendrein habe er das bereits 100 Mal erklärt. Und generell: „Was außen diskutiert wird, interessiert uns nicht“, sagte Schubert entnervt. Um dann doch seine Sicht der Auswärtsdinge zu wiederholen. Quintessenz: Im letzten Drittel fehlten Mut und Konsequenz, die Mannschaft sei schließlich jung.

Zarte Entwicklungen

Nun kann man bezweifeln, dass Umfeld und Klub-Verantwortliche sich so lange in Geduld üben, bis die Mannschaft gealtert und per Natur dem Fremdeln entwachsen ist. Was macht man also stattdessen? Man kann hoffnungsvoll hinweisen auf zarte Entwicklungen.

„Wir standen zuletzt auswärts schon defensiver und stabiler“, sagt Schubert. Zu Hause den Alterungsprozess anzuschieben, gestaltet sich eh schwierig. Hier fühlt sich die Mannschaft der Offensive und dem Spektakel verpflichtet — zum Wohlgefallen des Publikums und natürlich auch des Trainers.

Gegen den HSV aber könnte das schwieriger werden als zuletzt in den drei Heimauftritten dieser Bundesliga-Saison. Mit Raffael fehlt weiterhin der offensivstärkste Borusse. Zudem aber droht sein Kronprinz, Thorgan Hazard, auszufallen. Der belgische Stürmer kam von seiner Nationalmannschaft mit einer Verletzung, aber ohne dokumentarischen Befund wieder.

„Es ist kein Bild gemacht worden“, kritisiert Schubert die medizinische Betreuung bei den Roten Teufeln. Das holte man nach seiner Rückkehr zum Borussia-Park schnell nach: Das MRT wies eine Prellung und eine Reizung im Knie auf. „Wir haben immer nur gehört, es sei nicht so schlimm.“ Der Borussen-Coach hofft, dass Hazard junior am Freitag am Training teilhaben kann.

Strobl im Mannschaftstraining

Bereits am Donnerstag kehrte Tobias Strobl (Muskelfaserriss im Oberschenkel) in die Übungseinheiten zurück. Doch für den Abwehrallrounder kommt das Spiel am Samstag noch zu früh. Zudem sind ja wahre Defensivkünste eher auswärts gefragt. Etwa in einer Woche bei den Münchner Bayern.

Und auch rein chronologisch würde ein Doppel-Comeback an der Isar passen: Strobl (26) und Raffael (31) würden den Altersdurchschnitt mächtig nach oben treiben.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Jantschke - Korb, Dahoud, Kramer, Wendt - Stindl - Herrmann, Hahn