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Mönchengladbach: Welchen Plan hat Schubert ausgeheckt?

Mönchengladbach : Welchen Plan hat Schubert ausgeheckt?

Was tüftelt ein Trainer aus, wenn seine Spieler sich mit der wohl besten Fußballmannschaft der Welt messen müssen? Die Fragestellung und Beantwortung könnte Bestandteil einer Fußballlehrer-Prüfung an der Kölner Trainerakadamie sein. Beantworten wird sie in der Realität der Champions League André Schubert erst Mittwochabend, ab 20.45 Uhr im Borussia-Park (nur auf Sky zu sehen).

Borussia Mönchengladbachs Trainer hat die Ausbildung an der Sporthochschule bereits vor zwölf Jahren beendet, als Klassenbester seines Lehrgangs. Womöglich kann man auch nur als ein solcher Primus den Coolen geben, wie es der 45-Jährige am späten Samstagnachmittag tat nach dem 2:0 in der Bundesliga über den FC Ingolstadt. „Sie werden es mir nicht glauben: Aber ich habe bisher noch nicht eine Sekunde an den FC Barcelona gedacht.“

Eine nette und selbstbewusste Variante der „Von-Spiel-zu-Spiel-denken-Floskel“: Drei Tage reichen dem Hören nach also dem ambitionierten Trainer mit einem Jahr Bundesligaerfahrung. Womöglich stimulierte Schubert auch die vorzeitige Verlängerung seines Vertrags, die Borussia Mönchengladbach vorsorglich vor der Riesen-Herausforderung Barça vermeldete — bis 2019, viel mehr Vertrauen geht nicht.

Das er in den letzten drei Tagen und womöglich Nächten etwas ausgeheckt hat, ist — bei aller Coolness — naheliegend. Zumal jedem Beobachter klar ist, dass seine Mannschaft weder so wie zuletzt in der Bundesliga gegen Ingolstadt und erst recht nicht wie im Gruppenauftakt der Königsklasse bei Manchester City vorgehen kann. Gegen Barcelona zu bestehen, „wird nur gelingen, wenn man einen klaren Plan und viel Mut und Selbstvertrauen hat“.

Der Mann, der das Vertrauen in ihn um drei Jahre ausgeweitet hat, beschreibt die Richtung: „Nur defensiv zu spielen, wird nicht funktionieren“, sagt Sportdirektor Max Eberl. „Wir müssen auch unseren Fußball zeigen.“ Das Genießen, das man nach der Auslosung gegen einen solchen Hochkaräter den Spielern empfohlen hatte, „findet nicht auf dem Platz statt. Da musst du deine Leistung zeigen und Barça ärgern.“ Doch nach dem Spiel sei das angebracht. „Wie oft spielst du denn gegen Barcelona? Vielleicht war es das erste und vorletzte Mal.“

Im übertragenen Sinne war auch für Gladbachs Kapitän dieses Duell mit der Übermannschaft im Weltfußball Vertragsinhalt. „Das war für mich damals ein Anreiz, hierherzukommen“, erklärt Lars Stindl. „Wir müssen sehr konzentriert verteidigen und dürfen uns nur ganz wenige Fehler erlauben“, sagt der ehemalige Hannoveraner. Doch wie Eberl verweist er auf die jüngere Geschichte.

„Wir haben schon gezeigt, dass wir auch gegen starke Gegner unser Spiel durchbringen können.“ Etwa in der vergangenen Saison gegen Manchester City und Juventus Turin. „Vor allem zu Hause“, weist der Gladbach-Manager auf die Heimstärke der Borussia hin. Und zieht Zuversicht auch aus der Primera División. „Da hat Alaves sogar in Barcelona gewonnen.“ Seine Schlussfolgerung: „Sie sind irdisch!“

Aber auch gegen die Menschen aus Barcelona ist die Ausgangslage für die Schubert-Elf beruhigend. „Was haben wir zu verlieren? Wir haben null Punkte einkalkuliert.“ Die Enttäuschung, den Mann, der am ehesten das „über“ vor dem „irdisch“ verdient, nicht auf dem Rasen des Borussia-Parks bewundern zu dürfen, wird bei den Zuschauern am größten sein. Lionel Messi also.

Doch an Neymar kann man sich ebenfalls delektieren. Auch wenn Gladbachs Brasilianer Raffael, der am Dienstag erstmals wieder nach seinen Adduktorenproblemen am Training teilnahm, über seinen Landsmann versicherte: „Den kenne ich bisher nur aus dem Fernsehen.“ Zur Not verfolgt man das ausgerufene, aber untaugliche Duell Yann Sommer gegen seinen Torhüter-Vorgänger Marc-André ter Stegen. Ein 0:0 wäre trotz beidseitiger Qualität da schon fast „überirdisch“.