Vorbericht: Borussia Mönchengladbach zu Gast in Dortmund

DFB-Pokal in Dortmund : Gladbacher Revanche-Versuch auf dem Zahnfleisch

Borussia Mönchengladbachs Dauerbrenner Denis Zakaria und seine Kollegen müssen in der zweiten Runde des DFB-Pokals am Mittwoch in Dortmund erneut auch ihre neue mentale Stärke beweisen.

Marco Rose sagte: „Wir müssen aufpassen auf den Jungen.“ Und spricht über Denis Zakaria, Borussia Mönchengladbachs Kilometer- und Gegnerfresser. „Ich weiß nicht wie viele Minuten ich in dieser Saison gespielt habe, ich weiß nur, dass ich in jedem Spiel auf dem Platz gestanden habe.“ Es ist einfacher, seinen Aufwand „negativ“ auszudrücken: Der Schweizer Mittelfeld- und Nationalspieler wurde weder aus- noch eingewechselt. Und wer diese Strapazen durchgängig stark und energieverlustfrei absolviert, verdient eine Belohnung wie am Sonntag mit dem erlösenden 4:2 gegen Frankfurt mehr als jeder andere. „Unsere Spielweise ist sehr anstrengend“, gab Zakaria nach dem Sieg zu. Und verwies auf einen weiteren Ertrag, der eng mit der intensiven Spielweise unter Rose zu tun hat: „Wir spielen Fußball für diese Emotionen.“

„Wir müssen aufpassen auf den Jungen“, werden auch die Dortmunder denken. Innerhalb von elf Tagen werden sie am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) zum zweiten Mal mit dem Mittelfeld-Juwel konfrontiert. Natürlich ist Zakaria arg strapaziert, wie viele seiner Kollegen auch. Doch gegen die Kampfmaschinen aus Frankfurt haben die Rose-Schüler endgültig den Beweis angetreten, dass sie auch auf dem Zahnfleisch mit Wucht und Tempo spielen können. „Wir haben das ganze Spiel über an uns geglaubt“, beschreibt der Schweizer die neue mentale Stärke. Das müssen sie auch am Mittwoch wieder, da Roses Rotationsmöglichkeiten nach dem Ausfall von Breel Embolo und Tony Jantschke noch beschränkter sind.

„Wir müssen aufpassen auf den Jungen“, wird auch Max Eberl nicht nur ein Mal gedacht haben. Bis zum Sommer 2022 läuft noch der Vertrag des 22-Jährigen, den Gladbachs Sportdirektor 2017 für zwölf Millionen Euro von den Young Boys Bern holte. Sein Wert für Borussia hat sich seitdem wohl mehr als verdoppelt, sein finanzieller Wert mehr als verdreifacht.

Man muss nicht viel Fantasie besitzen, um zu erkennen, wie optimal Zakaria mit seinen Qualitäten in die englische Premier League passt. Wohl auch zum heutigen Gegner, der allerdings für Zakaria bei berechtigt unterstelltem Interesse mehr als für seine beiden ehemaligen Kollegen und heutigen BVB-Profis Mo Dahoud und Thorgan Hazard zusammen bezahlen müsste.

Mario Götze, Dortmunds falscher 9er, hat sich auf Schalke einen Haarriss im Knochen der Elle sowie eine Bänderdehnung im linken Handgelenk zugezogen. Sein Einsatz ist medizinisch dennoch nicht ausgeschlossen, nach den Erfahrungen aus dem Derby aber sportlich wohl eher unwahrscheinlich.

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