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Mönchengladbach: Vor 40 Jahren: Rainer Bonhof und das Skandalspiel in Madrid

Mönchengladbach : Vor 40 Jahren: Rainer Bonhof und das Skandalspiel in Madrid

Es gab schon freudvollere Abende im Leben des Fußballprofis Rainer Bonhof als jenen im März vor 40 Jahren. Am liebsten würde der Gladbacher, damals 23 und schon Weltmeister, das Spiel im Bernabéu aus seinem Gedächtnis streichen.

„Aber das kann man nicht. Es ist so, wie es ist. Es bleibt haften“, sagt Bonhof, heute 63 und Vizepräsident von Borussia Mönchengladbach. „Dieses Spiel am 17. März 1976 ist Teil der Vereinshistorie.“

Es gehört zu den magischen Europapokal-Nächten. Ohne Happy End und trotz eines spielerischen Feuerwerks der Gladbacher zu den schwärzesten Stunden des Niederrhein-Klubs. Wie auch der legendäre Büchsenwurf am Bökelberg viereinhalb Jahre zuvor — mit der späteren Annullierung des 7:1 gegen Inter Mailand. Als dessen Star Roberto Boninsegna — getroffen von einer leeren Cola-Dose — mit einem theatralischen Auftritt den späteren Europapokal-K.o. des VfL einleitete.

Exakt morgen vor 40 Jahren aber, an jenem 17. März 1976, war alles noch schlimmer: Das skandalöse Geschehen im Estadio Santiago Bernabéu spielt sich innerhalb der 90 Minuten ab. Nach dem 2:2 im Viertelfinal-Hinspiel des Landesmeisterpokals in Düsseldorf ist Real favorisiert. Im Rückspiel schreien sich die Real-Anhänger vor dem Anstoß die Kehlen heiser. 120.000 Zuschauer sorgen für eine atemberaubende Kulisse. „Es war die Hölle, von Beginn an eine hitzige Atmosphäre.

Die zweite Hälfte werde ich nie vergessen“, erinnert sich Gladbachs Mittelfeldspieler Hacki Wimmer 40 Jahre später. Nichts deutete darauf hin, das ein gewisser Leonardus van der Kroft, ein international erprobter Schiedsrichter aus Den Haag, die Hauptrolle an sich reißen und mit seinem Linienrichter Ben Hoppenbrouwer die Gladbacher am Ende zweimal entscheidend benachteiligen würde — wie die Fernsehbilder zweifelsfrei belegten. „Es war der Tag, an dem die Borussia verschaukelt wurde. Wir waren raus aus dem Landes-Meisterpokal und verstanden die Welt nicht mehr“, ereifert sich Bonhof, der in zwei Skandalspielen (Mailand, dann Madrid) dabei war, rückblickend.

Zur Pause hatte Gladbach gegen Real noch mit 1:0 geführt. Nach einem umstrittenen Freistoß machte Santillana den Rückstand wett, nun war Real weiter. In der 69. Minute erzielte Henning Jensen die 2:1-Führung für die Gäste. Dachte man. Während Assistent Hoppenbrouwer Tor signalisierte, entschied van der Kroft auf Abseits. „Eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit“, findet Wimmer noch heute: „Ein absolut regulärer Treffer.“

Das aber war noch nicht die „Krönung“ der seltsamen Entscheidungen des heute 87-jährigen Unparteiischen: Sieben Minuten vor dem Abpfiff staubte Hans-Jürgen Wittkamp zum „erneuten“ 2:1 ab. Diesmal hat van der Kroft den Durchblick, ließ sich aber von Hoppenbrouwer überstimmen, der ein Foulspiel des Torschützen gesehen haben wollte. Es blieb beim 1:1, Real stand wegen der mehr erzielten Auswärtstore im Halbfinale.

(jos)