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Gelsenkirchen: Überlegene Gladbacher lassen Schalke zittern

Gelsenkirchen : Überlegene Gladbacher lassen Schalke zittern

Mönchengladbachs Patrick Herrmann besiegelte mit seinem Siegtreffer am Sonntag zum 1:0 im West-Duell zum Abschluss des 32. Spieltages die zweite Niederlage des FC Schalke 04 nacheinander und sicherte zugleich der Borussia den ersten Erfolg auf Schalke seit 1992. Bei den Gelsenkirchenern hat das große Zittern um die Champions League begonnen.

Nach dem 0:1 (0:1) gegen Gladbach ist für Schalke die direkte Qualifikation für die europäische Fußball-Königsklasse wieder in Gefahr. Mit nur noch drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenvierten Bayer Leverkusen (55 Punkte) zwei Spieltage vor dem Saisonende haben es die Königsblauen selbst noch einmal unnötig spannend gemacht.

Auch die Gladbacher (52) dürfen als Tabellensechster hinter dem VfL Wolfsburg (54) zumindest noch leicht auf den Qualifikations-Platz für die Champions League schielen. Die Europa-League-Teilnahme ist ihnen auf jeden Fall nur noch theoretisch zu nehmen.

„Das war ein hartes Stück Arbeit. Es fühlt sich gut an”, meinte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. „Zu 99,7 Prozent haben wir die Europa League schon gesichert. Jetzt haben wir Blut geleckt.” Auch Torschütze Herrmann hat die Königsklasse noch nicht ganz abgehakt: „Ich denke, wir haben heute einen Riesenschritt gemacht. Wir wollen noch zwei Siege, dann sehen wir, wozu das reicht.” Nur Coach Lucien Favre blickte nüchtern auf das nächste Spiel: „Wir wollen gegen Mainz gewinnen.”

Sein Team zeigte vor 61.973 Zuschauern von Beginn an, dass es seine schwarze Serie von 17 sieglosen Spielen auf Schalke unbedingt beenden wollte. Zunächst dominierten aber noch die starken Abwehrreihen auf beiden Seiten - Torchancen waren daher Mangelware.

Dann nahm die Partie Fahrt auf - dank der Gladbacher. Nach Pass von Julian Korb scheiterte Herrmann aus kurzer Entfernung am Schalker Torwart Ralf Fährmann (14.). Beinahe im Gegenzug prüfte Ersatz-Kapitän Kevin-Prince Boateng mit einem Volleyschuss aus 14 Metern Borussias gut reagierenden Keeper Marc-André ter Stegen.

In der Folgezeit erspielten sich die Gastgeber ein Übergewicht. Doch großen Schrecken verbreiteten sie nicht. Wie bei der Niederlage zuletzt beim VfB Stuttgart machten sich die Schalker mit Fehlern und Nachlässigkeiten in der Vorwärtsbewegung das Leben schwer. Zudem war das Fehlen von Torjäger Klaas-Jan Huntelaar, der nach einer Erkältung erst einmal nur auf der Bank saß, zu spüren.

Die Gäste zeigten die reifere Spielanlage, konnten aus ihrer sicheren Deckung nach vorn spielen - und hatten Erfolg. Herrmann (35.) nutzte die Verwirrung in der desorientierten Schalker Deckung nach einem Eckball. Nach Zuspiel des Ex-Schalkers Raffael traf er mit einem schönen Schuss aus 13 Metern unhaltbar für Fährmann und markierte seinen sechsten Saisontreffer.

Nach der Pause versuchten die Schalker, die Gladbacher wieder stärker unter Druck zu setzen. Aber ihnen fiel kein probates Mittel ein. Die Gladbacher kontrollierten das Spiel. Ihr einziges Manko war die Chancenauswertung. Nationalstürmer Max Kruse (56.) scheiterte in seinem 100. Bundesligaspiel aus spitzem Winkel. Juan Arango (61.) und erneut Kruse (63.) verfehlten mit ihren Schüssen nur knapp das Ziel.

Die Schalker mussten ob ihrer Harmlosigkeit Pfiffe ihrer Fans ertragen. Trainer Keller griff zum letzten Mittel und brachte den angeschlagenen Huntelaar (72.). Der Niederländer war sofort ein Unruheherd: In der 78. Minute kam er aussichtsreich zum Abschluss, drei Minuten danach legte er Adam Szalai auf, der jedoch die größte Ausgleichschance vergab.

(dpa)