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Mönchengladbach: Traoré genießt die „Vorspeise“

Mönchengladbach : Traoré genießt die „Vorspeise“

Vier Mal nur gab es einen eher beiläufigen Hinweis auf das Spiel gegen den FC Bayern München in der Ausgabe des Fohlen-Echos am Donnerstag. Vier Mal (außer bei Regularien) fand man auf den 52 Seiten einen Hinweis auf das „Spiel der Spiele“ am Sonntag in der Fußball-Bundesliga. Aus gutem Grund.

Denn bei der Lektüre der Mönchengladbacher Stadionzeitung sollte nur ja kein Fan auf die Idee kommen, die Partie am 3. Spieltag der Europa League gegen Apollon Limassol sei nicht mehr als die Vorspeise für das in Fußball-Deutschland schon seit Tagen heiß diskutierte Schlemmer-Spiel Tabellenzweiter gegen Tabellenführer in der Bundesliga am Sonntag.

Am Ende hatte die Borussia mit 5:0 (1:0) gewonnen, sich eine gute Ausgangsposition für das Erreichen der nächsten Runde geschaffen und den sechsten und letzten Auftritt einer deutschen Mannschaft in dieser Europapokal-Woche mit dem sechsten Sieg gekrönt! Jedoch schon zur Halbzeit hätten die Gladbacher klar führen müssen, denn die sehr bieder agierenden Zyprer waren kein wirklich fordernder Gegner. Doch allein Ibrahima Traoré sorgte mit einem Schuss zunächst für Torjubel unter den 38182 Fans. Oscar Wendt hatte einen kapitalen Abwehrschnitzer der Gäste genutzt, sich den Ball erkämpft, Branimir Hrgota bedient, dessen Pass Traoré dann humorlos aus elf Metern ins Netz drosch (11.). Der später einige Male glänzend reagierende Gäste-Torhüter Bruno Vale war machtlos.

Vier Mal gab es übrigens nicht nur den Hinweis auf das Bayern-Spiel, vier Mal hatte Borussias Trainer Lucien Favre auch die Anfangsformation im Vergleich zum souveränen Auftritt in Hannover geändert. Neben Wendt, Traoré und Hrgota war auch Thorgan Hazard ins Team gerückt (Alvaro Dominguez, Patrick Herrmann, André Hahn und Raffael pausierten). Und der so talentierte Belgier brachte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das Kunststück fertig, den Ball nach Traorés feinem Pass und Hrgotas von Bruno Vale prächtig abgewehrtem Schuss nicht im leeren Tor zu versenken — aus 2,84 Metern! Ein wahrer „Frank-Mill-Gedächtnisschuss“.

Die Zyprer, erstmals vom neuen rumänischen Coach Ioan Andone betreut, liefen mit Kickern aus acht Nationen (Spanien, Frankreich, Zypern/je 2, Portugal, Niederlande, Argentinien, Tschechien und Elfenbeinküste) auf. Der Rumäne schien die Order ausgegeben zu haben, dass sich niemals mehr als vier Spieler gleichzeitig bis auf 30 Meter dem Tor der Borussia nähern durften. Chancen für die Zyprer blieben so Mangelware, für die Borussia gab es sie zuhauf, doch Havard Nordtveit, Max Kruse und Traoré blieben zunächst vor der Pause ohne weiteren Erfolg.

Upps, dachten die Fans nach 52 Minuten, als Torwart Yann Sommer tatsächlich einmal eingreifen musste nach Hugo Lopez‘ Versuch aus kurzer Distanz. Aber es war kein wirkliches Aufbäumen der Zyprer, und als Hrgota nach Traorés abgewehrtem Schuss den Ball mit den Zehenspitzen über die Linie kullern ließ, war die Partie entscheiden (56.). Traoré, zuletzt wenig eingesetzt, sammelte mit dem feinen 17-Meter-Schuss zum 3:0 Selbstvertrauen, und auch der eingewechselte Herrmann durfte jubeln; er traf zum 4:0 (83.), Hazard dann zum finalen 5:0 (90.+1). Die Vorspeise hat gemundet, jetzt freut sich ganz Mönchengladbach auf das Festmahl am Sonntag.

Mönchengladbach: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Wendt - Nordtveit, Xhaka (70. Dahoud) - Traoré, Hazard - Hrgota (79. Herrmann), Kruse (46. Raffael)

Limassol: Bruno Vale - Mulder, Angelis, Merkis, Robert - Marcos Gullon (49. Grigore, 66. Paulo), Hamdani -Sangoy, Hugo Lopez - Abraham (70. Meriem), Rezek

Schiedsrichter: Aranovskiy (Ukraine) Zuschauer: 38182 Tore: 1:0 Traoré (11.), 2:0 Hrgota (56.), 3:0 Traoré (67.), 4:0 Herrmann (83.), 5:0 Hazard (90.+1) Gelbe Karten: Stranzl, Nordtveit/-