Transfer von Malang Sarr zu Borussia Mönchengladbach noch nicht fix

Borussia Mönchengladbach : Das Warten auf den „letzten“ Mann

Breel Embolo und Marcus Thuram sind fix, wie wir vermeldet hatten, jetzt fehlt Borussia Mönchengladbach nur noch der linke Verteidiger. Doch der Transfer zieht sich noch etwas hin. Trainer Marco Rose hat womöglich eine Alternative...

Geduld ist eine Tugend, die bei den Fans von Borussia Mönchengladbach für die Saison 2019/20 besonders gefragt ist. Zwar ist der Transfer von Breel Embolo, den wir exklusiv als fix gemeldet hatten, inzwischen auch offiziell bestätigt, die Personalie Marcus Thuram, die unsere Zeitung ebenfalls als gesichert erklärt hatte, wird inzwischen sogar in der L’Équipe als eingetütet vermeldet. Allein die Einigung mit OGC Nizza über einen Kauf von Malang Sarr, Gladbachs Favorit für den noch fehlenden linken (Innen-)Verteidiger, lässt weiter auf sich warten.

Geduld also. Geduld? Kann man das bereits als Geduld bezeichnen? Wie soll man es dann nennen, was Mamdou Doucouré seit inzwischen drei Jahren aufbringen muss? 19 Jahre alt war der Franzose, als er von Paris St.-Germain zur Borussia wechselte. Er kam als Kapitän der U19 des französischen Scheich-Klubs, um am Niederrhein Fuß zu fassen im Seniorenfußball und der deutschen Bundesliga.

Der Schritt aus der französischen Hauptstadt in die niederrheinische Provinz, weg von den Freunden und seiner Familie, mag schon groß genug und hart gewesen sein. Aber was folgte, ist mit einem Wort ohne jegliche Übertreibung passend beschrieben: Doucouré ging durch die Hölle, die Verletzungshölle. Drei Muskelbündelrisse, ein Muskelfaserriss, immer wieder ein Rückschlag, wenn er sich durch die nicht enden wollende Reha gequält hatte und gerade Licht am Horizont zu sehen war. Nicht nur einmal fanden ihn die Kollegen und Verantwortlichen weinend in der Kabine.

Drei Jahre lang kein Wettkampf-Fußball, immer nur Rückschläge und das schmerzhafte wieder Ranarbeiten. Sein Klub gab ihm stets alle Zeit der Welt, unterstützte ihn in allen Belangen, setzte ihn nie unter Druck – wie auch jetzt wieder, bei seinem vierten Comebackversuch.

Keiner rechnet offiziell mit dem Borussen-Lazarus, aber alle hoffen für ihn, wünschen es ihm, dass er endlich das wieder machen kann, was er liebt: Fußballspielen. Gebrauchen kann ihn Gladbach allemal, aber eben nicht mit ihm planen: Deshalb der anstehende Transfer seines Landsmannes Sarr. Auch Doucouré kann dessen Position links in der Innenverteidigung oder links in der Viererkette spielen. „Ich habe sehr viel Gutes über den Jungen gehört“, weiß auch der neue Trainer Marco Rose um die Qualitäten des inzwischen 21-Jährigen. Bei einer solchen Geschichte greift man nach Kleinigkeiten, Symbole, Zeichen, um den nötigen Optimismus zu bewahren.

Für Mamadou Doucouré ist es die 4. Die Rückennummer ist noch frei, und sie steht für ein Mitglied der Abwehr und vor allem für einen erfolgreichen Neuanfang, den sich keiner so verdient hat, wie der Pariser, der einst auszog, die Bundesliga zu erobern.

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