Stind und Raffael bei 0:0 gegen Hoffenheim verletzt

Stindl und Raffael verletzt : Gladbach spielt 0:0 in Hoffenheim

Im Spitzenkampf der Fußball-Bundesliga hat Borussia Mönchengladbach Spieler und Punkte eingebüßt. Der Verfolger von Tabellenführer Borussia Dortmund kam am Samstag nicht über ein 0:0 bei der TSG 1899 Hoffenheim hinaus, verlor zudem Lars Stindl und Raffael durch Verletzungen.

„Ich bin gut gelaunt, da wir heute hier einen sehr glücklichen Punkt mitgenommen haben. Hoffenheim hat uns ganz schön zugesetzt“, sagte Trainer Dieter Hecking. Mit finsterer Miene erklärte er dann aber, dass sein Offensiv-Duo länger ausfällt.

„Leider hat uns das Verletzungspech wieder eingeholt“, sagte Hecking. Bei Nationalspieler Stindl ist der linke Fuß betroffen, an dem er sich im April das Syndesmoseband gerissen hatte. Deswegen verpasste Stindl damals auch die WM in Russland. Raffael habe sich bei einem Zweikampf wahrscheinlich das Schlüsselbein gebrochen.

Anstelle des erwarteten Angriff-Spektakels boten beide Teams vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena eine lange zerfahrene Partie. Hoffenheim legte am Ende einen Sturmlauf hin - blieb aber wieder einmal ohne Fortune. Gladbach liegt damit aber zwei Spieltage vor der Winterpause als Zweiter weiter vor dem punktgleichen Titelverteidiger FC Bayern München.

Abwehrspieler Ermin Bicakcic vergab in der Nachspielzeit nach einem Freistoß von Kerem Demirbay erst mit dem Kopf und dann mit dem Fuß das 1:0. „Gladbach ist nicht irgendeine Mannschaft. Die sind Zweiter. Und die haben wir heute komplett auseinandergeschraubt“, sagte Bicakcic frustriert. „Das Tor war wie verhext. Das Ding wollte einfach nicht rein. Das war schon brutal.“

TSG-Trainer Julian Nagelsmann ist nun seit sechs Pflichtspielen ohne Sieg - so eine Durststrecke hatte der 31-Jährige seit seinem Amtsantritt im Februar 2016 noch nie. Gleichzeitig blieben die Kraichgauer im achten Erstliga-Spiel nacheinander ungeschlagen, kommen aber einfach nicht an die Spitzengruppe heran. „Wir haben ein unglaublich gutes Spiel heute gemacht, eines der besten in meiner Amtszeit“, sagte Nagelsmann.

Für Aufregung sorgte auf Hoffenheimer Seite mal wieder der Video-Schiedsrichter: Auf Geheiß von Deniz Aytekin nahm Schiedsrichter Benjamin Cortus ein Tor von Joelinton in der 33. Minute wegen Abseitsstellung zurück.

Sichtlich unzufrieden war Nagelsmann, der einmal in einem Wutausbruch den Medizinkoffer an der Außenlinie weg kickte - ihn aber brav wieder zurücktrug. Die Kraichgauer - oft angetrieben von Nico Schulz auf der linken Seite - hatten zwar einige Halbchancen bis zur Pause. Die letzte Präzision fehlte aber im Abschluss. So wirkten beide Teams den gesamten ersten Durchgang etwas verkrampft und fahrig.

Kurz nach Wiederanpfiff verweigerte der Unparteiische Cortus auch einem Treffer von Thorgan Hazard die Anerkennung - der belgische Nationalspieler stand ebenfalls im Abseits. In den letzten vier Gastspielen bei der TSG hatte Mönchengladbach jeweils mindestens drei Tore erzielt, doch dieses Mal ging wenig im Angriff. Auch Torjäger Alassane Pléa war meist abgemeldet. Stindl musste zudem nach einer guten Stunde angeschlagen vom Platz. Die Hoffenheimer drängten immer wieder auf das Führungstor, hatten aber auch Pech: Der ungemein engagierte Brasilianer Joelinton traf nur den Pfosten (69.).

(dpa)
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