Mönchengladbach: Sechs Tage Pause für Favres neue Start-Formation

Mönchengladbach: Sechs Tage Pause für Favres neue Start-Formation

Lucien Favre hat ein wenig geflunkert. Denn seine Begründung für die vier zum teil überraschenden Wechsel in der Mannschaftsaufstellung beim 1:0-Sieg über den FC Augsburg hatten natürlich nichts mit der nur viertägigen Pause nach dem schlechten Spiel am vergangenen Sonntag in Stuttgart zu tun. Was hätte er da zu Europapokal-Zeiten rotieren lassen müssen!

Speziell die Hereinnahme des neuen Sturm-Duos Mike Hanke und Peniel Mlapa wirkte sich belebend aus. Zudem bot Granit Xhaka im defensiven Mittelfeld endlich einmal eine Leistung, wie sich das Borussias Verantwortliche schon länger erhofft haben. Als „Sechser“ war der 20-Jährige viel unterwegs, spielte endlich einmal schnell und sicher ab, gab Kommandos und agierte ausgewogen zwischen Sicherheit und Risiko. „Mein bestes Spiel, seit ich in Gladbach bin“, urteilte Xhaka selbst, und auch Favre lobte seinen Landsmann, „er hat mehr Präsenz gezeigt“.

Effizienz fehlt

Die Leistung des Schweizers steht symbolhaft für den gesamten Auftritt der Borussen an diesem Abend, der mit einem Kantersieg hätte enden können — wenn die am Ende vielen guten Möglichkeiten nicht zum Teil leichtfertig vergeben worden wären. „Da hätten wir natürlich effizienter spielen können.“ Favre aber war zufrieden, „ich habe viele positive Sachen gesehen“. Auch weil ein Spiel gegen nur noch zehn Gegner (Kevin Vogt hatte vor Filip Daems‘ elftem Elfmetertor in Serie Rot gesehen/26.), schwer sei, „weil der Gegner zu neunt verteidigt und nichts zu verlieren hat“.

Zum Beispiel erfreuten den Trainer die Leistungen von Mlapa und Hanke, die gut kombinierten, jeweils einmal den Pfosten trafen und wie Xhaka belebend wirkten. Dabei hatte Mlapa Unrecht, als er konstatierte: „Es war ein Sieg — und nur das zählt.“ Gerade nach den vergangenen drei Auftritten war dem nicht so. Selbst wenn in der Nachspielzeit Marc-Andre ter Stegen nicht reaktionsschnell und per Fuß gegen Knowledges Musonas Schuss geklärt hätte, wäre den Borussen Applaus gewiss gewesen.

Das Engagement versöhnte die lautstarken Fans, und neben diesem durchaus wichtigen Aspekt sind so ganz nebenbei auch die Chancen für den Sprung in das internationale Geschäft wieder intakt. Und sie bleiben es, wenn am Samstag in Wolfsburg endlich einmal im elften Anlauf einem Sieg direkt der nächste folgt.

Dass die am Freitag nicht brillierende, aber überzeugende Mannschaft auch in Wolfsburg so und in diesem 4-4-2-System beginnt, ist naheliegend. Aber Lucien Favre ist immer für eine Überraschung gut. Denn dass der auf den Sicherheitsgedanken fixierte Trainer so System und Personal ändert, ist schon erstaunlich. Aber Xhaka, Hanke, Mlapa und auch der als Linksverteidiger überzeugende Daems hätten eine weitere Chance verdient. Und sechs Tage Pause dienen beim nächsten Spiel auch nicht mehr als Grund für personelle Rochaden...

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