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Mönchengladbach/Köln: Rheinisches Derby: Kein Tusch für den Termin am Karnevalssamstag

Mönchengladbach/Köln : Rheinisches Derby: Kein Tusch für den Termin am Karnevalssamstag

Früher gab es Spieltage in der Fußball-Bundesliga, da kreiste ein Hubschrauber über dem (Park-)Stadion — und ein Männlein auf „Ich-bin-wichtig-Mission“ sprang mit einem Fallschirm hinaus, um in der Nähe des Anstoßkreises zu landen.

Heute weiß der Fußballfan, das ist nicht der Schalker Kreisel mit Jürgen W. Möllemann an Bord, sondern rotierendes Symbol eines Hochrisiko-Spiels. Wie etwa am Samstag über dem Borussia Park: Dann ist mal wieder Derby-Zeit. Und diesmal ist das Duell der Erzrivalen Mönchengladbach und 1.FC Köln eines mit Tusch und Alaaf, ein Aufeinandertreffen der Traditionsklubs ausgerechnet am Karnevalssamstag. Der DFL-Spielplan macht das möglich — leider, nicht nur aus Mönchengladbacher Sicht. Geschäftsführer Stephan Schippers meldete bei der DFL offiziell Bedenken an, musste sich aber damit begnügen, dass das Spiel zumindest nicht in den Abendstunden stattfindet.

Rund 1000 Polizisten werden im Einsatz sein, Hubschrauber und Wasserwerfer stehen bereit, es besteht ein Glas- und Dosenverbot bereits am Bahnhof. Die Fangruppen sollen rigoros getrennt werden. Doch das misslang bereits im Hinspiel. Auf den Jahnwiesen vor dem Kölner Stadion suchten und fanden sich die Prügelinteressierten und droschen aufeinander ein. Bilanz: 93 Ingewahrsamnahmen, sechs leicht verletzte Personen und 22 Strafanzeigen.

Damals war der 21.September — als Fußballfans getarnte Gewaltliebhaber benötigen keinen Karneval, um die Masken fallen zu lassen. Doch der Termin am 14. Februar birgt ein zusätzliches Problem: kostümierte Anhänger. „Ein Maskierungsverbot an Karneval ist schlecht umsetzbar“, weiß Willy Thevesen, Mönchengladbachs Polizeisprecher. Stephan Schippers mag den Fans die traditionelle Verkleidung nicht vergällen, bittet aber darum, auf Masken und Gesichtsverhüllungen zu verzichten.

Für Skeptiker wird die Aussage von Max Eberl ein frommer Wunsch bleiben: „Das ist kein Schauplatz für Selbstdarsteller.“ Borussias Sportdirektor freut sich auf das sportliche Messen beider Teams. „Ich habe den Kölnern in der vergangenen Saison die Daumen gedrückt, dass es mit dem Aufstieg klappt, damit wir wieder die Derbys spielen können.“

Verpassen könnte das erste Duell anno 2015 ein Österreicher. Nach seiner auskurierten Schädelprellung erwischte Gladbachs Abwehrchef Martin Stranzl auch noch ein Magen-Darm-Infekt. „Er hat mehr als eine Woche nicht trainiert. Ich muss erst mit ihm sprechen, dann entscheiden wir, ob ein Einsatz zu früh kommt“, sagt Trainer Lucien Favre. André Hahn ist dagegen ein realistischer Kandidat für den Kader, Ibrahima Traoré sogar für die Startelf.

(bsc)