Borussia Mönchengladbach : Nur Zakaria sammelt Pluspunkte

Borussia Mönchengladbach : Nur Zakaria sammelt Pluspunkte

Die Testspiele im Trainingslager belegen, dass Borussia Mönchengladbach noch viel Arbeit bleibt, um in die Vorrundenform zu kommen.

Das zweite Testspiel zum Ende des einwöchigen Trainingslagers von Borussia Mönchengladbach wird den rund 150 anwesenden Zuschauern vor allem wegen der imposanten Szenerie in Erinnerung bleiben. Die Partie am Freitag gegen Standard Lüttich fand in La Línea am Fuße des Felsens von Gibraltar statt. Fußballerisch war es dagegen wenig beeindruckend, was die Elf von Dieter Hecking bei der 0:2-Niederlage auf den Platz brachte. Schon das erste Spiel in Spanien gegen Zweitligist Magdeburg ging verloren, nun folgte das zweite Negativerlebnis innerhalb weniger Tage.

„Wir sind noch nicht in dem Modus, den wir brauchen“, musste Hecking anschließend zugeben. Der Trainer vermisste vor allem das fehlende Spieltempo, aber auch die mangelnde „Spannung in den direkten Zweikämpfen“. „Wir haben bewusst versucht, die Reize mit den Vorbereitungsspielen zu setzen“, so Hecking. Dies ist, nicht nur beim Blick auf die Resultate, einigermaßen schief gegangen.

So stellte sich vor den Toren von Gibraltar die Frage, wie es um die Gladbacher Borussia eine Woche vor Rückrundenbeginn wirklich bestellt ist. Befindet man sich einfach noch im Vorbereitungsmodus, oder gibt es grundsätzliche Mängel? Festzuhalten ist, dass gegen Lüttich die aktuell stärkste Elf ins Rennen geschickt wurde. Lediglich Shootingstar Florian Neuhaus kam nicht zum Einsatz, dafür begann Denis Zakaria auf der Achterposition. Dem Schweizer gelang es auch als einem der wenigen, mit seiner Leistung ein paar Pluspunkte zu sammeln.

Überhaupt war Zakaria so etwas wie der Gewinner der Woche in Spanien. „Ich akzeptiere die Situation und nehme die Herausforderung an“, hatte der Mittelfeldspieler angekündigt und ließ den Worten Taten folgen. Im Training, aber eben auch in den Testspielen hinterließ der 22-jährige Eindruck. Dagegen wirkte Dauerläufer Jonas Hofmann, der den kompletten Dezember ausgefallen war, noch etwas schwerfällig. „Wir haben einige Spieler, die aus einer Verletzung kommen und die müssen wir heranführen“, erklärte Hecking. Neben Hofmann sind das auch Kapitän Lars Stindl und Abwehrchef Matthias Ginter. Letzterer spielte gegen Lüttich ohne Schutzmaske und wirkte in der einen oder anderen Zweikampfsituation leicht gehemmt.

Die Rückkehrer sind noch nicht bei einhundert Prozent und müssen die anstehende Trainingswoche nutzen. Derweil löst sich der erhoffte Konkurrenzkampf um die übrigen Positionen etwas in Luft auf. Außer Denis Zakaria drängt sich niemand nachhaltig auf, auch Weltmeister Christoph Kramer gelang es nicht, gegenüber dem in der Vorrunde vom Trainer im zentralen defensiven Mittelfeld bevorzugten Tobias Strobl Boden gutzumachen. Weder Routinier Tony Jantschke, noch die jungen Spieler wie Michael Cuisance, László Bénes oder Andreas Poulsen schafften es, sich in den Vordergrund zu drängen.

Fabian Johnson, zuletzt in der Bundesliga als Rechtsverteidiger dem Schweizer Michael Lang vorgezogen, musste aufgrund muskulärer Probleme in den letzten drei Tagen in Spanien den Schongang einlegen. Das gilt auch für Ibrahima Traoré, dessen Muskelverhärtung zwar ebenfalls kein großes Ding sein soll, doch der Außenstürmer ist aufgrund seiner Verletzungsanfälligkeit kaum eine ernsthafte Alternative für die Basiself. 

Patrick Herrmann bleibt 

Daher macht es Sinn, dass ein möglicher Winterwechsel von Patrick Herrmann endgültig vom Tisch ist. Der 27-Jährige, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, wird in der Rückrunde definitiv in Gladbach bleiben. Das verkündeten Sportdirektor Max Eberl und der Spieler in Jerez unisono.

Am Samstag ging es für den Borussen-Tross mit einigen Fragezeichen im Gepäck zurück an den nasskalten Niederrhein. Die Woche in Spanien war angesichts mehrerer fußballspezifischer Trainingseinheiten und diverser ausführlicher Einzelgespräche des Trainers mit seinen Spielern durchaus sinnvoll, offenbarte gleichzeitig noch einige Baustellen. „Die Testspiele waren nicht das, was wir uns davon versprochen haben“, sagte Hecking. „Wir werden die kommenden Tage noch brauchen und daran arbeiten, das Spieltempo zu erhöhen. Sonst wird das gegen Leverkusen nicht reichen.“

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