Malang Sarr passt in Borussia Mönchengladbachs Anforderungsprofil

Was hinter den Transfers steckt : Darum passt Malang Sarr in Gladbachs Anforderungsprofil

Stefan Lainer, Breel Embolo, Marcus Thuram – das Tuning der Mönchengladbacher Offensive ist abgeschlossen. Was fehlt, ist noch ein Innenverteidiger mit der Option, auch als linkes Glied der Viererkette spielen zu können. Einer, dessen Profil auf diese Anforderung passt, ist Malang Sarr, französischer U21-Nationalspieler in Diensten des ehemaligen Pléa-Klubs Nizza.

Zwei Dinge werden klar durch die bisherigen Einkäufe von Borussias Sportdirektor Max Eberl: Der Traditionsverein bleibt auch ein solcher in Sachen wirtschaftlicher Seriosität. Auf finanzielle Abenteuer lassen sich Geschäftsführer Stephan Schippers und sein Sportdirektor nicht ein.

Das zeigt sich beispielhaft am Transfer von Embolo. Die überraschend niedrige Ablösesumme (rund zehn Millionen Euro) erhöht sich erst durch entsprechende Einsatzzeiten. Risikominimierung für Gladbach bei immer noch großer Chance, nicht nur sportlich, sondern auch finanziell eines Tages durch einen Weiterverkauf zu profitieren.

Ganz pragmatisch bleibt Eberl durch diesen Coup obendrein noch das nötige Geld, zusätzlich in einen Abwehrspieler mit Innen- und Außenqualitäten auf der linken Position zu investieren. Sarr oder ein ähnlich hochkarätige Alternative ist erst durch das Sparprogramm des Managers möglich. Von einer Verpflichtung des lange hoch gehandelten Leandro Trossard statt Embolo oder Thuram hat Gladbach deshalb nicht nur aus sportlichen Gründen abgesehen. Der Stürmer des KRC Genk war nicht unter den rund 20 Millionen Euro zu bekommen, die der Premier-Klub Brighton & Hove Albion bereit war hinzublättern. Der Mehraufwand hätte für einen Defensivspieler gefehlt.

Sportlich ist Embolo statt Trossard ebenfalls sinnvoll und beweist, wie ernst es Eberl ist, seinem neuen Trainer Marco Rose und dessen Philosophie die optimalen Verstärkungen zuzuführen. Der Belgier wäre ein echter Hazard-Ersatz gewesen. Vor allem Embolo aber auch Thuram entsprechen dagegen genau der nötigen Wucht, die der ehemalige Salzburger Coach mit seinem favorisierten 4-4-2 mit Raute für seine vorderste Abteilung zentral benötigt.

Embolo (22), Thuram (21), Sarr (20) entsprechen zudem der Philosophie des Max Eberl, die Entwicklung des Vereins durch eine Transferpolitik, die eben auch auf den Weiterverkauf von jungen, talentierten und in Gladbach besser gewordenen Spielern basiert, zu sichern. Stefan Lainer, Eberls erster Einkauf, zählt mit seinen 26 Jahren nicht dazu. Aber der österreichische Nationalspieler, der für rund 12 Millionen Euro von RB Salzburg geholt wurde, soll der Führungsspieler werden, zu dem Michael Lang, ebenfalls ein Jahr zuvor als Rechtsverteidiger verpflichtet, nicht geworden ist.

Natürlich spielt eine Rolle, dass Lainer und Rose sich von RB bestens kennen, und vor allem, dass Lainer Roses Spielidee in- und auswendig kennt und vorspielen und -leben kann. Das gilt auch für Xaver Schlager, der obendrein 21 Jahre jung ist. Doch der österreichische U 21-Nationalspieler wäre halt im Gladbacher Mittelfeld unterzubringen gewesen, einem Mannschaftsteil, in dem Borussia eh überbesetzt ist. Deshalb ist Eberl erst gar nicht in den Wettstreit um das attraktivste Gehalt mit dem VfL Wolfsburg gegangen - die Niedersachsen durften die Ausstiegsklausel (12 Millionen Euro) des Blondschopfs ziehen.