Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré sieht Özil und das DFB-Team als große Verlierer

Borussia Mönchengladbach: Ibrahima Traoré sieht Özil und das DFB-Team als große Verlierer

Fußballprofi Ibrahima Traoré vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach sieht in der Debatte um die umstrittenen Erdogan-Fotos den ehemaligen Nationalspieler Mesut Özil und auch das DFB-Team als große Verlierer.

„Wenn es ein Problem zwischen zwei Parteien gibt, verliert immer derjenige, der nicht redet. Wenn er erst danach redet, ist es zu spät“, sagte der Offensivspieler den Online-Portalen Spox und GOAL.

Özil hatte sich vor der WM in Russland mit Ilkay Gündogan zu einem Fototermin mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan getroffen. Das Foto hatte großen Wirbel ausgelöst, Özil trat nach der WM aus dem DFB-Team zurück und hatte jegliche Versuche zur Kontaktaufnahme, unter anderem durch Bundestrainer Joachim Löw, ignoriert.

Traoré, Sohn eines Vaters aus Guinea und einer Mutter aus dem Libanon, glaubt nicht, dass Özil sich bewusst zu Erdogan bekennen wollte. Gleichwohl habe das Foto angesichts der politischen Lage in Deutschland eine fatale Wirkung gehabt. „Diese Geschichte hat der Nationalelf massiv geschadet. Deutschland hat eine politische WM gespielt und keine fußballerische - das kann nicht gut gehen“, erklärte Traoré.

Der 30-Jährige, der auch einen französischen Pass hat, macht Rassismus in Deutschland und im Ausland als gesellschaftliches Problem aus. „Für mich steht und fällt dieses Thema mit Integration und Identifikation. Die Deutschen müssen dabei helfen, Ausländer oder Flüchtlinge zu integrieren. Das geht aber nur, wenn sich die andere Seite mit Deutschland und seinen Werten identifiziert“, sagte der seit elf Jahren in Deutschland lebende Traoré.

(dpa)
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